Filminfo: 1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde
 
     
 

Kinostart: 18. Dezember 2008

Die Zeit der Ritter weist verblüffende Parallelen zur Gegenwart auf: Markenrüstungen, gecastete Minnesänger, Ride-Ins und Gleitzeit bei den Leibeigenen. Der ehrenwerte Ritter Lanze (Til Schweiger) und der türkische Kleinganove und Möchtegernritter Erdal (Rick Kavanian) machen sich auf, um die entführte Tochter des Königs zu befreien, und erleben dabei ein Mittelalter, wie man es so noch nie auf der Kinoleinwand gesehen hat.

König Gunther (Thomas Gottschalk) hat zum ritterlichen Wettkampf auf seine Burg eingeladen und verfolgt mit seiner Tochter, Prinzessin Herzelinde (Julia Dietze), und seinem Gast, Graf Luitpold Trumpf (Udo Kier), wie edle Recken im Burghof ihre Kräfte messen. Es steht nicht gut für Gunthers heimische Mannschaft – sie liegt nach Punkten weit zurück. Angesichts der drohenden Niederlage des Teams entschließt sich der beste Ritter des Königs zu einem verzweifelten Schritt: Ganz allein will der furchtlose Lanze (Til Schweiger) gegen zehn Gegner gleichzeitig antreten. Der tollkühne Coup gelingt, und mit todesmutigem Einsatz gleicht Lanze den Spielstand nicht nur aus, sondern verbucht sogar den Punkt, der zum Sieg von Gunthers Rittern führt.

 

Lanze ist an Gunthers Hof als Leibwächter der hinreißenden Prinzessin eingeteilt und versieht diesen Dienst mit eiserner Disziplin und ausgeprägtem Ehrgefühl – Trinken und Brandschatzen passen nicht zum Image eines Ritters. Allerdings konnte er nicht verhindern, dass er sich heimlich in Herzelinde verliebt hat. Da er Burgfräuleins gegenüber generell äußerst schüchtern ist, bringt er auch in Gegenwart der Prinzessin kaum einen vernünftigen Satz zustande. Was letztlich nichts ausmacht, denn an eine gemeinsame Zukunft der beiden wagt Lanze nicht zu denken – schon aus Standesgründen ist er kein geeigneter Partner für die holde Maid. Dabei hat auch sie sich offenbar ebenfalls in den sympathischen und starken Leibwächter verliebt, doch ihre Flirtversuche scheitern regelmäßig an seiner stocksteifen Dienstbeflissenheit.

Außerdem hat der König für Herzelinde sowieso bereits einen Bräutigam ausgewählt: Graf Luitpold Trumpf, der durch sein Medienimperium zum wohlhabendsten Mann des Reiches aufgestiegen ist. Als Verlobungsgeschenk für Herzelinde offeriert er eine ganze Burg… die Gunther aber bereits als Urlaubsdomizil dient. Es stellt sich nämlich heraus, dass Gunther sie gar nicht verkauft hat, Luitpold sie also auch nicht kaufen konnte: Der Graf hat sich von einem Betrüger übers Ohr hauen lassen.

Gunther ist aber mit Luitpolds Geste zufrieden – ihn interessiert der unermessliche Reichtum, der durch die Heirat in seine Familie kommt. Allerdings hat er seine Pläne nicht mit der potenziellen Braut abgesprochen, die sich prompt lauthals beklagt: Im Gegensatz zum König will sie sich nicht kaufen lassen, und der Bräutigam ist ihr viel zu alt. Dem Abendessen zu Luitpolds Ehren bleibt sie demonstrativ fern. Obwohl der König seiner Tochter zürnt, lässt er sich erweichen und ist schließlich bereit, ihr die Ehe mit dem schmierigen Krösus zu ersparen.

Lanze begleitet Herzelinde zum Live-Konzert von New Kids On The Block, weigert sich aber, mit ihr zu tanzen. Er bestellt an der Bar bei dem zwielichtigen Barmann Siegfried (Thierry van Werveke) ein Felsquellwasser und wundert sich, dass es derart im Rachen brennt: – das angebliche Wasser ist hochprozentiger Schnaps. Auf dem Heimweg begleitet Lanze wie üblich Herzelindes Kutsche, vollführt aber aufgrund seiner Volltrunkenheit derart gefährliche Stunts, dass er, als er einen Moment nicht aufpasst, von einem Ast aus dem Sattel gehoben wird und bewusstlos zu Boden stürzt.

Stunden später wird er von des Königs Suchmannschaft gefunden – Herzelinde ist verschwunden, und in einer schriftlichen Lösegeldforderung verlangt der „Schwarze Ritter“ 1000 Gulden für ihre Freilassung. König Gunther ist von Lanzes eklatantem Versagen schwer enttäuscht und lässt ihn in den Kerker werfen. Lanzes Zellengenosse ist der türkische Lebenskünstler und Kleinganove Erdal (Rick Kavanian), den der Ritter bereits am Abend zuvor in der Bar kennengelernt hat – Erdal ist jener Betrüger, der Graf Luitpold jene Burg angedreht hat, die gar nicht zum Verkauf stand.

Weil Lanze trotz seines Versagens Gunthers bester Mann ist und bleibt, bekommt er den königlichen Auftrag, den Schwarzen Ritter zu stellen und Herzelinde zu befreien. Begleitet wird er von Erdal, der seine Haut retten will und einfach behauptet, er kenne das Versteck des Entführers. Dass Erdal gelogen hat, merkt Lanze, als die beiden im Bordell landen, wo es statt des Schwarzen Ritters nur handfest zupackende Maiden gibt, welche Lanze mit deutlichen Worten sehr gerne ihre Dienste anbieten wollen. Das kann der aufrechte Ritter nur mit Mühe verhindern.

Erdal schlägt nun vor, dass die beiden sich als Minnesänger tarnen und undercover weiter recherchieren. Er ist außerdem überzeugt, dass ein gewisser Walter Sattler (Ralph Herforth) ihnen weiterhelfen kann: Dieser neurotische Bandenführer ist bei Robin Hood in die Lehre gegangen und ahmt ihn in jeder Beziehung nach. Lanze und Erdal werden in die Bande aufgenommen, als Erdal behauptet, Lanze sei der berühmte Minnesänger und Songschreiber „Lanzelot“, der nun einen heroischen Hit über Sattler schreiben will. Der total unmusikalische Lanze wird von diesem nicht abgesprochenen Plan völlig überrumpelt und muss aus dem Stegreif einen Song improvisieren, der sich äußerst kläglich anhört, aber – o Wunder – dem besungenen Walter Sattler hervorragend gefällt...

 
     
 
 
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