Filminfo: Kommissar Bellamy
 
     
 

Start: 09. Juli 2009

Wie jedes Jahr verbringen der Pariser Kommissar Paul Bellamy (Gérard Depardieu) und seine Frau Françoise (Marie Bunel) die Sommerferien in ihrem Elternhaus im südfranzösischen Nîmes. Obwohl Françoise viel lieber ins Ausland verreisen würde, fügt sie sich dem Willen ihres Mannes, der Veränderungen hasst und einfach nur seine Ruhe haben möchte. Mit der gemütlichen Zweisamkeit ist es in diesem Jahr jedoch nicht sehr weit her. Denn ein Fremder (Jacques Gamblin) drängt sich Bellamy auf und behauptet, er habe im Zuge eines Versicherungsbetrugs einen Obdachlosen umgebracht, um danach ein neues Leben zu beginnen. Die Schuldgefühle und Neurosen des Unbekannten sowie der ganze merkwürdig verzwickte Fall faszinieren den Kommissar dermaßen, dass er eigene Ermittlungen anzustellen beginnt – was Françoise einerseits amüsiert und andererseits nicht unbedingt behagt, auch wenn sie das für sich behält. Als sich schließlich Pauls Halbbruder Jacques (Clovis Cornillac), ein schwermütiger, unbeherrschter Alkoholiker und Tunichtgut, bei ihnen einnistet, ist schon bald nicht mehr an Erholung unter südlicher Sonne zu denken …

Sie würde für ihr Leben gern eine Nil-Kreuzfahrt unternehmen, er bevorzugt die Ruhe und Gemütlichkeit eines alten Hauses im südfranzösischen Nîmes. Was ihre Urlaubswünsche betrifft, stehen sich Paul und Françoise Bellamy unvereinbar gegenüber. Abgesehen davon ist das langjährige, kinderlose Ehepaar aus Paris ein Herz und eine Seele. Doch obwohl er von seiner Frau nicht genug bekommen kann und ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen würde – sich ihr zuliebe im Sommerurlaub auf Reisen zu begeben, übersteigt Bellamys Kräfte. Die setzt der bullige Polizeikommissar lieber beim Lösen von Kreuzworträtseln ein und dem reulosen Genuss von leckerem Essen und gutem Wein.

 

Françoise handelt deshalb frei nach dem Motto „Die Klügere gibt nach“, fügt sich, wie jedes Jahr, in ihr Schicksal und bereitet ihrem Mann im Haus ihrer Eltern Ferien, bei denen er so richtig entspannen kann. Die Ruhe endet jedoch abrupt, als ein Unbekannter in ihrem Garten auftaucht. Mehrere Tage lang schleicht er ums Haus – bis er es schließlich wagt, an der Tür zu klingeln, und um eine Unterredung mit Kommissar Bellamy bittet. Françoise weist ihn freundlich, aber bestimmt ab und verbietet ihm, ihren Mann noch einmal zu belästigen. Allerdings hat sie sich die Telefonnummer des gehetzt wirkenden Fremden gemerkt und gibt sie notgedrungen heraus, als Paul sie darum bittet. Er ist schon von Berufs wegen ein neugieriger Mensch, und sein Instinkt sagt ihm, dass der Unbekannte seine Hilfe braucht.

Noël Gentil, so heißt der Mittvierziger angeblich, hat sich in einem Motel am Stadtrand verkrochen. Denn er hat Angst. Er steckt bis zum Hals in Schulden, kann den Kredit des Hauses, in dem seine Frau lebt, nicht mehr bezahlen, und er macht sich Selbstvorwürfe, weil er seiner Geliebten nun doch nicht das Versprechen erfüllen kann, mit ihr bis ans Ende der Welt zu reisen. Noël Gentil hat Angst vor der Polizei. Er wagt es nicht, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und eigentlich ist er offiziell ja sowieso längst mausetot. Außerdem behauptet er, einen Menschen umgebracht zu haben. Aber wen? Das behält er für sich – und bringt die Spürnase von Kommissar Bellamy damit erst recht zum Glühen.

Mit der ihm eigenen Akribie fängt der Polizist an, außerdienstlich in Nîmes zu ermitteln. Lernt Noëls Geliebte kennen, eine blutjunge Pediküre, die auch mit anderen Männern schläft; dessen Ehefrau, die von seinem vermeintlichen Tod nicht sonderlich betroffen scheint; die Angestellte eines Baumarkts, die möglicherweise in den Fall verstrickt ist; trifft wiederholt den geheimnisvollen Gentil selbst, der sein Aussehen durch plastische Chirurgie verändert hat und in kleinen Häppchen mit der Wahrheit herausrückt. Den perfekten Versicherungsbetrug habe er, der langjährige Versicherungsagent, bewerkstelligen wollen, um auf einen Schlag alle Probleme los zu sein. Der Plan sei jedoch auf fürchterliche Weise fehl geschlagen, allerdings auf gänzlich unerwartete Art und Weise.

Probleme besonderer Art bekommt auch Kommissar Bellamy. Denn als sich sein Halbbruder Jacques unverhofft unter ihrem Dach einnistet, spürt er am eigenen Leib, dass es leichter ist, einem vermeintlichen Mörder zu helfen, als sich um seine eigene Familie zu kümmern. Chronisch klamm, aufbrausend, aggressiv und dem Alkohol zugetan, hegt der jüngere Mann einen ungeheuren Groll gegen Bellamy, den er nur schwer unter Kontrolle hat. Ob beim Frühstück, auf einer Café-Terrasse oder beim Abendessen mit Freunden – immer öfter streiten sich die ungleichen Brüder und sorgen dafür, dass der Haussegen bald ziemlich schief hängt. Zumal Jacques eindeutig in Françoise verliebt ist und mit seiner Eifersucht auf Paul nicht hinterm Berg hält, was diesen wiederum total verunsichert. Ungeachtet dessen ermittelt der Kommissar weiter. Da wird Gentils Ehefrau tot aufgefunden. Und Gentil selbst verschwindet spurlos …

 
     
 
 
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