Filminfo: Crossing Over
 
     
 

Kinostart: 25. Juni 2009

Harrison Ford ist Max Brogan, Spezialgent der Einwanderungsbehörde, der in Los Angeles illegale Immigranten aufspürt und sie zurück über die Grenze schickt. Kein Job für schwache Nerven, und kein Job, der spurlos an Brogan vorübergeht: Sein Mitleid mit einer Mexikanerin, die ihren kleinen Sohn allein in L.A. zurücklassen muss, bringt ihn in große Schwierigkeiten. Aber auch andere Menschen warten hier auf Arbeitserlaubnis und Einbürgerung: die Familie von Brogans persischem Partner Hamid Baraheri (Cliff Curtis), eine junge Schauspielerin aus Australien, ein britischer Musiker, ein koreanischer Teenager. Sie alle haben Träume von Freiheit, Geld oder Ruhm – und sind bereit, für diese Träume einen hohen Preis zu bezahlen...

Autor und Regisseur Wayne Kramer folgt in CROSSING OVER den verschiedenen Schicksalen durch die Stadt der Engel, er beobachtet genau, wie Menschen unterschiedlichster Herkunft versuchen, ihren Traum von Amerika zu verwirklichen. Dabei wird eine Liebesgeschichte erzählt, ein Mordfall aufgeklärt und ein abgebrühter Agent porträtiert, der, ein wenig mürrisch, ein wenig selbstironisch, Mitgefühl für seine Umwelt entwickelt, egal ob es sich um Kinder, illegale Mexikaner oder seinen Partner handelt. CROSSING OVER zeigt Begegnungen mit Amerika, bei denen Recht und Unrecht, Hoffnung und Verzweiflung ganz nah beieinander liegen.

 

Wayne Kramer führte nach dem Spielerfilm „The Cooler – Alles auf Liebe“ sein erfolgreiches Team für einen Film über ein hoch aktuelles Thema wieder zusammen: Los Angeles und die Immigranten, die in dieser Stadt auf die amerikanische Staatsbürgerschaft warten, sie erhalten, sie verspielen. Kramer, selbst aus Südafrika in die USA gekommen, weiß, was es bedeutet, in dieser Stadt ein Fremder zu sein. Mit Kenntnis und Leidenschaft zeigt er in CROSSING OVER das Abenteuer, Amerikaner zu werden, und entwirft dabei eine brisante Mischung aus Drama und Thriller.

Los Angeles ist die amerikanische Stadt, in die es die meisten Einwanderer zieht – legale wie illegale. Für die Männer vom Immigration and Customs Enforcement (ICE) bedeutet das, diejenigen ohne Papiere zu finden und sie wieder außer Landes zu schaffen. Zu diesen Männern gehört der altgediente ICE-Agent Max Brogan. Er nimmt es mit den Regeln nicht ganz so genau wie seine Kollegen; so bringt er einen kleinen Jungen, dessen Mutter er über die Grenze nach Mexiko abschieben musste, zu den Großeltern zurück. Gleichzeitig macht ihm sein Partner Hamid Baraheri Sorgen, in dessen persischer Familie die Konflikte mit der amerikanischen Kultur eskalieren. Als Baraheris Schwester ermordet wird, verstrickt Max Brogan sich fast wider Willen in die Aufklärung des Falls. An anderer Stelle ist die Anwältin Denise Frankel mit den bürokratischen Hürden der Einbürgerung beschäftigt, indem sie den Hilflosen hilft; einem afrikanischen Mädchen ohne Verwandtschaft oder einem Teenager aus Bangladesch unter Terrorverdacht. Denise Frankels Ehemann, der Verwaltungsbeamte Cole Frankel, stempelt die Anträge für Green Cards und verwickelt sich in ein sexuelles Abenteuer mit einer Schauspielerin, in die er sich prompt verliebt.

Die Perspektive der Gesetzesseite, der Cops, Anwälte oder Beamten, wird gewechselt, wenn dieselben Geschichten vom anderen Ende her aufgerollt werden: Verzweifelt drückt die mexikanische Gastarbeiterin Mireya bei ihrer Abschiebung Max Brogan einen Zettel mit der Adresse der Nachbarin, bei der ihr kleiner Sohn wartet, in die Hand. Das persische Mädchen Zahra Baraheri hat ständig Ärger mit ihren Eltern, die ihre freizügige amerikanische Lebensweise missbilligen. Die Schülerin aus Bangladesch, Taslima, wendet sich dem Islam zu und hält in der Schule ein USA-kritisches Referat, was den Einsatz des FBI und ihre Festnahme zur Folge hat. Der Koreaner Yong Kim sucht Freundschaft und schnelles Geld in einer Jugendgang und landet im Kugelhagel. Alle drei Fälle zeigen die Schwierigkeiten des Culture-Clashs für Teenager, die sich entweder zu sicher oder zu einsam in ihrem Leben in Amerika fühlen. Und dann gibt es noch diejenigen, die der Verlockung Hollywoods folgen... Die angehenden Künstler haben wenig Skrupel, sich ihre Staatsbürgerschaft zu erschwindeln: Die junge Schauspielerin Claire Shepard kommt aus Australien und ist gerissen genug, für eine Green Card notfalls ihren Körper einzusetzen, während der britische Musiker Gavin Kossef seine jüdische Herkunft ins Spiel bringt, an die er vorher noch niemals einen Gedanken verschwendet hat. Er arbeitet schwarz an einer jüdischen Grundschule in Los Angeles, ohne überhaupt Hebräisch zu sprechen. Womit er allerdings nicht gerechnet hat, ist die Überprüfung seiner Thorakenntnisse durch die Einwanderungsbehörde...

Für alle Protagonisten sind die Vereinigten Staaten ein Symbol der Hoffnung, sie wollen dort Geld verdienen, ein freieres Leben führen oder auch zu Ruhm und Erfolg kommen. Die Hoffnung allerdings hat ihren Preis: Man wird nicht ohne weiteres amerikanischer Staatsbürger, man muss sich diesen Status verdienen – im besten Fall durch einen langfristigen bürokratischen Prozess. Die Perspektive der Wartenden zeigt CROSSING OVER; das Thema Immigration tritt hier aus der Theorie heraus und wird zu einer persönlichen Angelegenheit – und das nicht nur für diejenigen, die versuchen, die Grenzen zu überwinden. Die Pläne und Taten der Figuren verbinden sich zu einem Muster, das aus gemeinsamen Träumen und gemeinsamen Verlusten besteht – und aus der Erkenntnis, dass gerade unbegrenzte Möglichkeiten ihre Grenzen haben.

 
     
 
 
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