Filminfo: Agora - Die Säulen des Himmels  
 

Kinostart: 11. März 2010

Alexandria, im Jahr 391 nach Christus. An der berühmten Bibliothek lehrt die ebenso schöne wie kluge Philosophentochter Hypatia (Rachel Weisz) Mathematik und Astronomie. Bei ihren Schülern ist die selbstbewusste Wissenschaftlerin sehr beliebt, ihre männlichen Kollegen aber beobachten sie mit Argwohn. Nicht nur weil sie eine Frau ist, sondern auch weil sie äußerst moderne Thesen vertritt. Mit wachsender Leidenschaft widmet sich Hypatia den elementaren Fragen des Sonnensystems – und das lange vor Kopernikus und Galileo!

Mit ihren Erkenntnissen erntet sie jedoch nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern zieht auch den Groll der erstarkenden Christen auf sich. Als es in der altägyptischen Weltstadt zwischen Heiden und Christentum zum Glaubenskrieg kommt, gerät Hypatia zwischen die Fronten. Und auch privat ist sie hin- und hergerissen zwischen dem Sklaven Davus (Max Minghella) und ihrem noblen Schüler Orestes (Oscar Isaac). Doch statt sich in die schützenden Arme der Liebe zu retten, stürzt sich Hypatia in ihren ganz persönlichen Glaubenskrieg und kämpft für das einzig gültige Prinzip ihrer Lehre: das Ideal der Wahrheit!

Fünf Jahre nach dem intensiven, Oscar-prämierten Drama DAS MEER IN MIR nimmt der spanische Filmemacher Alejandro Amenábar die Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit: Im Alexandria des vierten Jahrhunderts, einer pulsierenden Metropole der späten Antike, droht der wachsende Einfluss des Christentums die friedliche Koexistenz der verschiedenen Kulturen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die mächtige Stadt am Rande des langsam zerfallenden Römischen Reiches wird von Unruhen erschüttert, die vom Herannahen eines neuen Zeitalters künden. Inmitten dieser aufgeladenen Atmosphäre sucht die Philosophin Hypatia mit ihren Schülern nach Antworten auf die elementaren Fragen des Lebens und den Gesetzen, die den Kosmos regieren. Doch Engstirnigkeit und Dogmatismus, Machtgier und der Hass auf Andersdenkende breiten sich unaufhaltsam in den Straßen der Stadt aus und machen auch vor den Mauern der berühmten Bibliothek von Alexandria, einem legendären Hort des Wissens, nicht halt.

Ist Hypatias Welt, die Welt der Denker und Philosophen, zum Sterben verurteilt?

AGORA – DIE SÄULEN DES HIMMELS, der neue Film des Regisseurs von THE OTHERS und OPEN YOUR EYES, ist ein überwältigender Trip durch Raum und Zeit, der verblüffende Parallelen zwischen einer längst vergangenen Epoche und unserer heutigen Welt aufzeigt. Die Zuschauer erleben in atemberaubenden Bildern ein realistisch anmutendes, antikes Alexandria und sehen dank innovativer Technik sogar den Himmel, wie er vor 1600 Jahren über dem Mittelmeer erstrahlte. Alejandro Amenábars ehrgeiziges Multimillionen-Euro-Epos avancierte 2009 in seinem Heimatland mit mehr als 3 Millionen Besuchern bereits zum erfolgreichsten spanischen Film des Jahres und gilt mit insgesamt 13 Goya-Nominierungen als absoluter Favorit bei der diesjährigen Verleihung des spanischen Filmpreises.

Wie der Schauplatz von AGORA, so ist auch das Produktionsteam dieses ungewöhnlichen, in englischer Sprache gedrehten Monumentalfilms aus Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammengesetzt. Zum Cast gehören neben der britischen Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz (DER EWIGE GÄRTNER, DIE MUMIE) als Hypatia von Alexandria und ihrem Landsmann Max Minghella (SYRIANA) in der Rolle des Sklaven Davus, so erstklassige Darsteller wie Oscar Isaac (DER MANN, DER NIEMALS LEBTE), der französische Schauspiel-Veteran Michael Lonsdale (GOYAS GEISTER, MÜNCHEN), Ashraf Barhom (OPERATION: KINGDOM), Rupert Evans (HELLBOY), Homayoun Ershadi (DRACHENLÄUFER) und Sammy Samir (MÜNCHEN).

Im Jahr 391 nach Christus ist das stolze Alexandria wie die gesamte Provinz Ägypten Teil des Römischen Weltreichs. An der berühmten Bibliothek der nordafrikanischen Metropole lehrt die ebenso schöne wie kluge Hypatia (Rachel Weisz) Philosophie, Astronomie und Mathematik. Im Unterrichtssaal beschreibt sie den Kreis als die vollkommenste Form im Universum und lässt ihre Schüler Überlegungen darüber anstellen, welche geheimnisvolle Kraft die Dinge, allen voran die mächtigen Himmelskörper, an ihrem Platz hält. Mit im Saal ist auch Hypatias junger Sklave Davus (Max Minghella), der die gelehrten Diskussionen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Dass Orestes (Oscar Isaac), einer der Schüler, seine Herrin nach dem Unterricht mit zärtlichen Worten umschmeichelt, beobachtet Davus mit finsterer Miene.

Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Philosophen und Bibliotheksleiter Theon (Michael Lonsdale) amüsiert sich Hypatia über Orestes’ forsche Annäherungsversuche. Zu Hause arbeiten Vater und Tochter an mathematischen Studien, sie sind ein eingespieltes Team. Am Abend nimmt Hypatia ein Bad. Davus, immer in ihrer Nähe, ist auch fürs Abtrocknen zuständig. Der Sklave genießt diese intimen Momente mit seiner Herrin – und weiß doch, dass seine Liebe hoffnungslos ist. In den Straßen Alexandrias wimmelt es von Menschen. Auf der Agora, dem großen Versammlungsplatz im Zentrum, kommt es an einem Feuer zu Ehren einer Gottheit zum Streit zwischen einem Heiden und dem Mönch Ammonius (Ashraf Barhom), der verkündet, er werde zum Beweis der Existenz Gottes durch die Flammen gehen. Ammonius durchquert das Feuer unter den erstaunten Blicken der Umstehenden, zu denen auch Theon gehört, unbeschadet. Dann fordert er, unterstützt von einem zweiten Mönch, der wie er zur christlich-militanten Bruderschaft der Parabolani gehört, seinen Widersacher auf, es ihm zu Ehren seiner Götter nachzutun. Die beiden Männer stoßen den sich heftig wehrenden Mann brutal in die Flammen. Theon verfolgt den Vorfall mit Entsetzen.

Theon stellt seine Sklaven zur Rede. Er hat ein Kreuz, das Symbol der Christen, in seinem Haus gefunden und fordert den Besitzer auf, sich zu erkennen zu geben. Schließlich tritt eine Sklavin ängstlich weinend hervor. Bevor sich Theons Zorn auf sie entladen kann, bekennt Davus, ebenfalls an Christus zu glauben und bittet sei nen Herrn, die Strafe ge - gen ihn zu richten. Theon nimmt die Bestrafung selbst vor: Er peitscht Davus aus. Hypatia hat Mitleid mit ihrem Diener. Sie geht ins Sklavenquartier, um seine Wunden zu versorgen. Dabei entdeckt sie voller Überraschung eine erstaunliche Holzkonstruktion, die Davus gebaut hat: das geozentrische Weltmodell von Ptolemäus. Hypatia begreift, dass auch Davus ihr Schüler ist.

Davus darf sein Weltenmodell am nächsten Tag in der Klasse vorführen. Dass Sonne und Mond, Planeten und Sterne die Erde auf perfekten Kreisbahnen umlaufen, dabei aber selbst noch eigene Kreisbahnen beschreiben sollen, veranlasst Orestes zu lästerlichen Bemerkungen über die Kompliziertheit und Unvollkommenheit der Schöpfung. Davon fühlt sich Synesios (Rupert Evans), ein Christ, herausgefordert. In Gottes Werk gebe es nichts Unvollkommenes. Bevor die Streithähne aneinander geraten können, schlichtet Hypatia: Wenn zwei Dinge sich gleich zu einem dritten verhielten, so seien sie auch zueinander gleich. Sie alle verbinde viel mehr, als sie trenne, ermahnt sie ihre Schüler: „Wir sind Brüder“. Wieder spricht Ammonius auf der Agora zu den Leuten. Voller Inbrunst erzählt er vom Königreich Gottes. Als er den aufmerksam zuhörenden Davus in der Menge bemerkt, spricht er ihn an und nimmt ihn mit, um ihm ein „Wunder“ zu zeigen. Davus sieht Theophilos (Manuel Cauchi), den Bischof von Alexandria, bei einer Predigt und lernt von Ammonius, wie viel Freude es bringt, wenn man mit den Armen und Hungernden sein Brot teilt. Ammonius erklärt sichtlich zufrieden, dass Davus ein guter Parabolano-Soldat wäre.

Im Amphitheater amüsieren sich Theon und Hypatia bei einer Aufführung, als plötzlich Orestes die Bühne erklimmt und Hypatia eine öffentliche Liebeserklärung macht. Während Hypatia der Vorfall sehr unangenehm ist, betet Davus am Abend heimlich zu Gott, dass kein anderer Mann Hypatia je besitzen möge. Am nächsten Tag erklärt Hypatia vor ihrer Klasse, dass sie ein Geschenk für Orestes habe. Dessen Lächeln versteinert, als sie ihm ein Tuch überreicht – getränkt mit dem Blut ihrer Menstruation. So wenig perfekt sei sie, erklärt Hypatia, so sehr weiche sie von dem Idealbild ab, das Orestes sich von ihr mache. Während Orestes erbost aus dem Saal stürmt, ruft ein Diener Hypatia und ihre Schüler zu Olympius (Richard Durden). Als der Saal leer ist, hebt Davus das weggeworfene blutige Tuch auf – und dankt Gott...

 
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