„Ich habe keine Ahnung wer Du bist. Ich weiß auch nicht was Du willst. Wenn Du auf ein Lösegeld aus bist, muss ich Dich enttäuschen: ich habe kein Geld. Was ich aber habe, sind ein paar ganz besonders ausgeprägte Fähigkeiten, die ich mir in einer langen Karriere in der Unterwelt zugelegt habe. Fähigkeiten, die mich für Leute wie Dich zu einem Albtraum machen. Wenn Du meine Tochter jetzt frei lässt, soll’s das gewesen sein. Ich werde nicht nach Dir suchen, ich werde Dich nicht verfolgen. Aber wenn nicht, dann werde ich nach Dir suchen und ich werde Dich finden. Und ich werde Dich töten.“
Mit diesen mehr als ernst gemeinten, an eine Bande von Kidnappern gerichteten Worten, beginnen für Bryan Mills, einen ehemaligen Ermittler im Staatsdienst, die längsten 96 Stunden seines Lebens – und die Jagd nach der skrupellosen Organisation, die seine Tochter Kim entführt hat.
Mills hatte gerade erst seine Beamtenkarriere als – wie er es sah - „Verhinderer“ aufgegeben, dessen Aufgabe es war, schlimme Dinge zu verhindern, bevor sie passierten, um sich mehr um seine Tochter Kim kümmern zu können, die bei seiner Ex-Frau und deren neuem Mann lebt. Zum Geldverdienen hat er sich einigen ehemaligen Kollegen angeschlossen, die spezielle Security-Jobs wie den Personenschutz einer Pop-Diva übernehmen. Aber den größten Teil seiner Energie braucht er, um die Beziehung zu seiner Tochter Kim zu reaktivieren.
Bryans Erziehungsmaximen werden strapaziert, als Kim ihn um Erlaubnis bittet, mit einer Freundin nach Paris reisen zu dürfen. Da er weiß, welche Gefahren in einem fremden Land auf eine Tochter lauern können, ist Bryans Antwort ein klares „Nein“. Aber Kims Enttäuschung lässt ihn mehr und mehr erweichen.
Seine schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als Kim und ihre Freundin Amanda kurz nach ihrer Ankunft am helllichten Tage aus ihrem Pariser Appartement entführt werden. Kurz bevor Kim von den unbekannten Angreifern verschleppt wird, gelingt es ihr, Bryan anzurufen, der sogleich fachmännisch beginnt, Puzzleteile zusammenzusetzen, die ihn in die Dunkelheit der Pariser Unterwelt und die feudalsten Villen der glitzernden Stadt führen. Er durchlebt Albträume, die alles übertreffen, was er bisher kannte – aber nichts und niemand wird ihn davon abhalten, seine Tochter zu retten.
Der Thriller 96 HOURS stammt vom Autor und Produzenten des Films THE TRANSPORTER („Transporter“, 2002) und bietet Liam Neeson eine Paraderolle als Bryan Mills, ein ehemaliger Ermittler im Staatsdienst, dem weniger als vier Tage bleiben, um seine an ihrem ersten Ferientag in Paris entführte Tochter zu finden.
Laut Robert Mark Kamen, der das Drehbuch gemeinsam mit dem Produzenten Luc Besson schrieb, hatte sein Koautor die Idee zu 96 HOURS. „Luc hatte einen Pariser Kommissar getroffen, der ihm von einer Gruppe von Kidnappern erzählte, die junge Frauen entführen“, erinnert sich Kamen. „Die Mädchen wurden später in diesen beeindruckenden Villen direkt vor den Toren der französischen Hauptstadt meistbietend versteigert“.
Besson und Kamen entwickelten daraus eine mitreißende Geschichte mit großen Sets, viel Action, Kampfkunst und verrückten Stunts – und wenigen im Computer nachempfundenen Effekten. „Es ist der gleiche Mix, den wir in Filmen wie THE TRANSPORTER oder KISS OF THE DRAGON („Kiss of the Dragon“, 2001) benutzt haben“, ergänzt er.
Der persönliche Ermittler-Background ihrer Hauptperson gefiel Kamen, der viel über verblüffende Erfolge realer Ermittler gelesen hatte, als er während seines Studiums in Afghanistan war. „Ich erfuhr von Agenten, die in diesem Teil der Welt verdeckt ermitteln, so richtig verrückte Sachen, und war besonders beeindruckt von ihrem Selbstvertrauen und ihren handwerklichen Fähigkeiten. Diese Typen rufen nicht unbedingt nach der Polizei wenn sie in der Patsche sitzen. Sie betrachten Probleme als Aufgaben, die sie zu lösen haben, anstatt jemanden zu holen, der sie für sie löst. Sie halten sich nicht gerade zwanghaft an gesellschaftliche Regeln.“
Kamen und Besson hatten solche Vorbilder im Kopf, als sie die Figur Bryan Mills schrieben. Bryan erwartet keine Hilfe als Kim gekidnapped wird, nicht einmal von seinen Kollegen. Er verlässt sich lediglich auf seine persönlichen Fähigkeiten - und die kann er auf seiner Jagd nach den Entführern gut gebrauchen.
Als Regisseur verpflichtete Produzent Luc Besson Pierre Morel, der zuvor den international beachteten Actionfilm DISTRICT B13 („Banlieu 13“ fr. OT, „Ghetto Gangz - Die Hölle vor Paris“ DVD, 2004) inszeniert hatte. Besson war Koproduzent und Koautor des 2004 erschienenen Films, der Martial Arts-Fans weltweit mit seinen großartig choreografierten Kampfszenen begeisterte. Bei dem ebenfalls von Besson produzierten und geschriebenen Film UNLEASHED ("Unleashed - Entfesselt", 2005) hatte sich Morel bereits einen Namen als Chefkameramann gemacht.
Morels Verhalten am Set beeindruckte Kamen, der es mit dem der Hauptfigur Bryan Mills vergleicht. „Pierre ist ganz ruhig und gelassen“, bemerkt Kamen. „Er kommt rein, weiß was seine Aufgabe ist und was er tun muss, um sie zu lösen.“
Morel hingegen versichert, dass sich hinter seiner Ruhe die Verantwortung verbirgt, die Energie am Set ganz hoch zu halten. „Obwohl sehr viel vom Schnitt abhängt, muss der Rhythmus beim Drehen zu spüren sein. Es gibt keine zweite Chance, wenn er fehlt. Ich bitte die Schauspieler immer, ein hohes Tempo zu halten und so realistisch wie möglich zu sein. Ich persönlich bin so verstrickt in meine Art zu drehen, dass ich glaube, dass eine Menge dieser Energie in den Film übergeht. Wenn man abwartet bis man im Schneideraum sitzt, läuft man Gefahr, diesen Rhythmus zu verlieren.“
Liam Neeson, der zuvor mit so anerkannten Regisseuren wie Steven Spielberg, Martin Scorsese, George Lucas und Ridley Scott gearbeitet hat, zeigte sich beeindruckt von dem jungen Filmemacher. „Pierre gehört zu den Menschen, die Film im Blut und hat schon jede Menge Erfahrung gesammelt haben, besonders als Kameramann. DISTRICT B13 zeigte schon seine Fähigkeit als Regisseur und sein Gespür für Rhythmus und Energie, was auch am Set von 96 HOURS zu spüren war. Und es gefällt mir, dass er selbst an der Kamera stand.“