Widow’s Bay Serienkritik: Willkommen im gemütlichsten Fluch der Welt

Unser Urteil: Ein herrlich schräger Spagat zwischen Gänsehaut und Lachkrämpfen

Matthew Rhys in Widow’s Bay ab 29. April 2026 auf Apple TV (c) Apple
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Ein (un)heimliches Vergnügen

Die Horror-Comedy-Serie „Widow’s Bay“ startete am 29. April bei Apple TV. Hier ist unsere Kritik zur Serie.

Die neue Serie WIDOW’S BAY entzieht sich einer konsequenten Einordnung. Sie ist nicht reiner Horror, aber auch keine reine Comedy, sie ist schräg, ungewöhnlich, auch dramatisch und erzählt von einem kleinen Ort, der heimelig scheint. Naja, wenn er nicht verflucht wäre. Sagt zumindest der alte Wick.

‚Widow’s Bay‘: Zur Handlung – Tourismus trotz Todesfluch

Bürgermeister Tom möchte Widow’s Bay zu einem Touristenmagneten machen und lädt darum einen einflussreichen Reporter ein. Aber gerade, als der ankommt, ist ein Fischer verschwunden, was dessen Kumpel dazu bringt, vom Fluch der Insel zu erzählen. Die Insel sei nun nämlich erwacht, und das kann ja nur weitere Tote bedeuten. Davon will Tom nichts hören, da er davon träumt, dass Widow’s Bay zum neuen Martha’s Vineyard wird. Könnte auch klappen, aber die Leute sind echt abergläubisch.

Das betrifft auch das Hotel, in dem die Touristen wohnen sollen. Spuken soll es dort, weswegen Tom eine Nacht darin verbringen muss …

Widows Bay Staffel 1 (c) 2026 Apple

‚Widow’s Bay‘: Eine Kritik – Nebel, Clowns und Kannibalen

Das Kleinstadtflair ist heimelig, mit dem Nebel kommen wohlige Erinnerungen an John Carpenters THE FOG auf. Die Geschichte selbst mutet an wie andere Kleinstadtgeschichten, nur mit Aberglauben, der vielleicht auf etwas fußt. Denn tatsächlich erlebt sogar der von Matthew Rhys (THE AMERICANS) gespielte Tom ein paar unheimliche Begegnungen. Die sind dann auch wirklich gruselig – man denke hier nur an seinen Moment im Kriechkeller, der nicht nur der Clownfratze wegen auch aus ES: WELCOME TO DERRY sein könnte. Dem gegenüber stehen aber herrlich schräge, fast schon absurde Momente. Die Serie wandelt ausgesprochen gut in diesem Zwischenreich von Horror und Komödie, etwas, das häufig nicht gut zusammenkommt.

Hier funktioniert es aber und macht schnell Lust auf mehr, weil auch nur schwer absehbar ist, in welche Richtung die Serie eigentlich gehen wird. Der Horror ist da, der Humor auch, aber wie wird sich die Geschichte entwickeln? Wichtig wird wohl sein, das Maß zu halten, un das langfristig.

Tipp: Mehr Informationen, Details, Hintergründe zu Widow Bay hier

Fazit: Ein (un)heimliches Vergnügen
Eine Kleinstadt wie aus einer Stephen-King-Geschichte. Hübsch, sympathisch, aber darunter lauert etwas (oder auch darüber; nämlich im Nebel). Darüber hinaus hat die Serie tollen Humor, das zeigt sich schon in der ersten Folge, als Tom dem Reporter im Historischen Museum der Stadt erzählt, hier hätte es keine Kannibalen gegeben – und zwar während er vor einer Zeitungsseite mit einer entsprechenden Schlagzeile steht. Aber hey, die haben erst nach vier Tagen begonnen, sich gegenseitig zu fressen …
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Ein (un)heimliches Vergnügen