Die Mystery-Serie „The Boroughs“ startet am 21. Mai bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie der Stranger-Things-Produzenten.
Die von den Duffer Brothers produzierte Serie trägt unverkennbar deren Handschrift. Nach SOMETHING VERY BAD IS GOING TO HAPPEN liefern sie mit THE BOROUGHS erneut eine Mischung aus Mystery, Abenteuer und nostalgischem Achtzigerjahre-Flair. Die Serie wirkt dabei fast wie eine ungewöhnliche Variante von Stranger Things – nur dass hier keine Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, sondern Menschen im Rentenalter. Im Kern erinnert das Konzept an eine Kreuzung aus DIE GOONIES und COCCON, durchzogen von jenem staunenden Abenteuergefühl, das man oft mit Steven Spielberg verbindet.

The Boroughs‘: Zur Handlung – Das düstere Geheimnis der Senioren-Idylle
Mitten in der Wüste von New Mexico liegen die Boroughs – eine künstlich erschaffene Kleinstadt, in der seit Jahrzehnten ausschließlich Senioren leben. Hier verbringen wohlhabende Rentner ihren Lebensabend in perfekter Idylle. Auch Sam zieht nach dem Tod seiner Frau dorthin, in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch die sterile Freundlichkeit der Gemeinde sagt ihm zunächst wenig zu. Zu seinen Nachbarn findet er keinen Zugang, und am liebsten würde er die Boroughs schon bald wieder verlassen. Erst als einer der Bewohner unter mysteriösen Umständen stirbt und Sam glaubt, auf dessen Brust eine seltsame Kreatur gesehen zu haben, verändert sich alles.
Niemand schenkt ihm Glauben, doch einige seiner Nachbarn beginnen ebenfalls, Fragen zu stellen. Gemeinsam stoßen sie auf immer merkwürdigere Hinweise – und möglicherweise auf ein Geheimnis, das tief unter der perfekten Oberfläche der Stadt verborgen liegt.

‚The Boroughs‘: Eine Kritik – Coming-of-Age im Ruhestand voller Spielberg-Vibes
Das Ensemble ist außergewöhnlich stark besetzt. Alfred Molina, Geena Davis, Alfre Woodard, Clarke Peters und Denis O’Hare verkörpern Figuren, die sich trotz ihres Alters nicht damit abfinden wollen, nur Zuschauer ihres eigenen Lebens zu sein. Gerade darin liegt eine der größten Stärken der Serie: Sie erzählt eine Art Coming-of-Age-Geschichte im hohen Alter. Es geht nicht um den Schritt ins Erwachsenenleben, sondern darum, im Ruhestand noch einmal Abenteuerlust, Neugier und Lebenswillen zu entdecken.
Atmosphärisch bewegt sich THE BOROUGHS auf klassischen Mystery-Pfaden. Die Serie kombiniert unheimliche Kreaturen mit surrealen Schauplätzen und erinnert dabei stellenweise an Serien wie Twin Peaks oder The Prisoner. Gleichzeitig bleibt der Ton überraschend leichtfüßig. Trotz aller Gefahren und düsteren Enthüllungen wirkt die Geschichte nie bedrückend, sondern angenehm verspielt und voller Abenteuerlust.
Schon die erste Folge beweist Mut, weil sie mit den Erwartungen des Publikums spielt. Eine bekannte Figur verschwindet überraschend früh aus der Handlung, während eine kurze, intensive Eröffnungssequenz an die Horrorfilmreihe SCREAM erinnert – nicht wegen eines Anrufs, wohl aber wegen der Wirkung. Besonders schön ist dabei der Gastauftritt von Dee Wallace, die einst in E.T. – DER AUSSERIRDISCHE zu sehen war. Überhaupt steckt die Serie voller kleiner Spielberg-Referenzen – bis hin zum goldenen Idol aus dem ersten Indiana-Jones-Film, das kurz im Hintergrund auftaucht.
Mehr Informationen und Hintergründe zur Serie: The Boroughs – Staffel 1 (2026)



