Ladies First Filmkritik: Sacha Baron Cohen in der cringe-würdigen Matriarchats-Hölle

Unser Urteil: Dümmlicher Humor statt cleverer Geschlechter-Satire

Ladies First. (L-R) Sacha Baron Cohen as Damien Sachs and Kathryn Hunter as Glenda Cartwright in Ladies First. Cr. Rob Youngson/Netflix © 2026.
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Die Komödie „Ladies First“ startet am 22. Mai bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Sacha Baron Cohen.

Platz für eine Satire wäre sicherlich vorhanden. Die Frage, was passiert, wenn die Welt sich unter einem Matriarchat entwickelt hätte, ist reizvoll. Es gibt reichlich Stoff für klugen Humor. Nur leider bietet LADIES FIRST davon gar nichts. Er ist plump und schrill.

Ladies First. (L-R) Emily Mortimer as Sunny Black and Sacha Baron Cohen as Damien Sachs in Ladies First. Cr. Rob Youngson/Netflix © 2026.

‚Ladies First‘: Zur Handlung – Wenn der Kopfstoß die Welt verdreht

Ein Manager in einer Werbeagentur befördert eine Frau nur, weil das beim Kunden gut aussieht. Mitzureden hat die Kreativdirektorin nichts, selbst bei einer Werbung, die auf Frauen abzielt. Stattdessen werfen die Männer mit den absurdesten Ideen um sich, immer sicher, den Nerv der Kundinnen zu treffen. Danach ändert sich alles, denn der Mann stößt sich den Kopf und wacht in einer verkehrten Welt auf. Jetzt haben die Frauen das Sagen und er ist als Mann ein belächeltes, kleines Rädchen im Getriebe. Um dem zu entkommen, muss er an die Spitze. Das sagt ihm zumindest ein anderer Mann, der von einer Welt des Patriarchats in die dieses Matriarchats geschleudert wurde …

‚Ladies First‘: Eine Kritik – Klischee-Overkill zum Fremdschämen

Wenn die Frauen sich beim Kreativ-Meeting derb, laut und schrill verhalten, dann soll das widerspiegeln, wie die Männer sich zuvor verhalten haben. Beides ist aber ein Klischee, das niederste Instinkte anspricht, vor allem aber wirkt, als hätte man den Sketch einer völlig überzogenen Fernsehsendung vor sich. Die Authentizität ist nicht spürbar, die eigentlich interessante Frage, wie eine Welt aussähe, wenn Frauen das starke Geschlecht wären, geht völlig verloren. Denn Frauen, das will uns der Film sagen, sind auch nur Männer. Wenn die Situation ist, wie sie ist, benimmt sich jede(r) wie die Axt im Walde.

Das hätte noch Stoff für Satire geboten, für feine Beobachtungen, aber LADIES FIRST ist kein solcher Film. Er ist völlig drüber, und das so vehement, dass sich beim Betrachten ein starkes Gefühl von Fremdschämen einstellt. Dieser Film ist – um ein neudeutsches Wort zu bemühen – einfach nur cringe.

Die an sich gute Besetzung mit Sacha Baron Cohen, Rosamund Pike und Charles Dance ist an ein minderwertiges Skript verschenkt.

Mehr zum Film bei KINOFANS: Ladies First –  Details, Hintergründe & FAQs zum Film (2026)

Fazit: Nichts für Feingeister
Vielleicht soll es ja eine Parodie auf maskulines und feminines Verhalten sein, der Film macht aber nie einen Punkt, sondern flüchtet sich in Derbheiten, die schnell klar machen. Nichts für Feingeister, sondern dümmlicher Humor, und zwar nicht vom Feinsten.
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