Die Animationsserie „Stranger Things: Tales from ‘85“ startet am 23. April bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie.
Das Universum von STRANGER THINGS wächst weiter – und beschreitet dabei neue Wege. Neben Serien und anderen Formaten gab es bereits ein Bühnenstück, doch mit STRANGER THINGS: TALES FROM ’85 kommt nun erstmals eine Animationsserie hinzu. Diese dürfte für gemischte Reaktionen sorgen: Allein die Tatsache, dass es sich um Animation handelt, könnte manche Fans zunächst abschrecken. Dabei gelingt der Serie ein bemerkenswerter Spagat: Sie bleibt der Vorlage treu, erzählt ihre Geschichte aber zugänglicher und etwas familienfreundlicher – ohne dabei auf Action zu verzichten.

‚Stranger Things: Tales from ‘85‘: Zur Handlung – Neue Monster, alte Freunde
Erneut stehen Eleven und ihre Freunde im Mittelpunkt, die sich diesmal mit einer neuen Bedrohung konfrontiert sehen. Anfangs scheint alles auf bekannte Muster hinauszulaufen, doch die neuen Kreaturen unterscheiden sich deutlich von den bisherigen Monstern wie dem Demogorgon. Sie jagen Menschen, töten sie jedoch nicht unmittelbar, sondern verfolgen offenbar andere Ziele.
Die Kinder beschließen, das Problem selbst zu lösen – ganz ohne die Hilfe von Erwachsenen. Doch schnell wird klar, dass die Gefahr größer ist als zunächst angenommen.

‚Stranger Things: Tales from ‘85‘: Eine Kritik – Actionreich, aber „familienfreundlich“
Inhaltlich ist die Handlung zwischen der zweiten und dritten Staffel der Originalserie angesiedelt. Es ist eine Phase, in der der Zugang zur „anderen Seite“ scheinbar geschlossen ist – ein Moment der Ruhe, bevor die Ereignisse der dritten Staffel wieder eskalieren. Genau diese Lücke nutzt die Serie, um eine eigenständige Geschichte zu erzählen, die sich nahtlos in das bestehende Gesamtbild einfügt, ohne spätere Entwicklungen zu widersprechen.
Im Vergleich zur Hauptserie fällt auf, dass STRANGER THINGS: TALES FROM ’85 insgesamt deutlich zahmer inszeniert ist. Es gibt kaum Todesfälle, was vor allem dem jüngeren Zielpublikum geschuldet ist. Die Action ist dabei durchaus präsent und teilweise sogar häufiger als im Original, leidet jedoch stellenweise unter Wiederholungen – insbesondere, weil Eleven oft im letzten Moment rettend eingreift.
Optisch setzt die Serie auf einen eigenwilligen Stil. Die Figuren wirken teilweise karikaturhaft, sind aber dennoch klar wiedererkennbar. Besonders bei Eleven fällt die stilistische Anpassung auf. Dafür überzeugt die Animation durch flüssige Bewegungen und eine auffällige Farbgestaltung, die bewusst mit realistischen Darstellungen bricht und eine eigene visuelle Identität schafft.
Neu eingeführt wird die Figur Nicki, die sich rasch in die Gruppe integriert. Ihre Rolle bringt frischen Wind, wirkt jedoch mit Blick auf die spätere Kontinuität etwas widersprüchlich, da sie in der Hauptserie nicht auftaucht. Zudem entwickelt sie sich im Verlauf zu einer Art technisches Genie – fast wie ein „Q“ aus einem Bond-Film –, was der Serie einen leicht überzeichneten, kindlicheren Ton verleiht.
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