Der Sci-Fi-Film „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ startet am 20. Mai im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film.
Nach drei erfolgreichen Staffeln von THE MANDALORIAN arbeitete Jon Favreau schon an den Drehbüchern der vierten Staffel, als die Entscheidung getroffen wurde, den Mandalorianer ins Kino zu bringen. Favreau warf seine Drehbücher über Bord, fand zwei Ko-Autoren, übernahm die Regie und erschuf THE MANDALORIAN AND GROGU, ein Film, der oberflächlich unterhält, aber weit hinter der Serie zurückbleibt. Das gilt umso mehr, weil Staffel 4 eng mit AHSOKA und dem Kampf gegen Großadmiral Thrawn verbunden gewesen wäre. Der Kinofilm wiederum erzählt eine Geschichte ohne größere Relevanz.

‚Star Wars: The Mandalorian and Grogu‘: Zur Handlung – Im Dienst der Neuen Republik
Der Mandalorianer ist für die Neue Republik tätig und jagt imperiale Warlords und Kriegsverbrecher. Um an einen dieser Männer heranzukommen, muss er für zwei Hutten – die Zwillinge – deren Neffen Rotta aus Gefangenschaft befreien, doch ist die Situation nicht ganz so, wie sie ihm geschildert wurde. Zusammen mit seinem Mündel Grogu gerät er so in ein Abenteuer, das ihn in eine Arena verschlägt, aber auch zur Beute eines Kopfgeldjägers werden lässt …

‚Star Wars: The Mandalorian and Grogu‘: Eine Kritik – Tolle Schauwerte, verschenktes Potenzial
Im Grunde hat man das Gefühl, bei dem gut zweistündigen Film eine Serien-Struktur zu erkennen. Man könnte den Film recht mühelos in sechs (kurze) Folgen aufteilen, entsprechend spürt man auch die episodische Struktur mit zwei Storybögen – erst die Rettung von Rotta, dann der Konflikt mit den Hutten. Bei letzterem ist Pedro Pascal auch mal ohne Helm zu sehen, und zwar ganze sechs Minuten. Ansonsten stecken zwei andere Schauspieler in der Rüstung und Pascal leiht nur seine Stimme.
Der Film ist nicht langweilig, nur wirkt er auf merkwürdige Art und Weise klein, obwohl er reichlich an Action zu bieten hat. Die ist schön und bietet auch Bilder, die man im STAR WARS-Universum noch nicht gesehen hat, etwa kämpfende Hutten. Eine überraschend sympathische Figur ist Rotta, der Sohn von Jabba the Hutt. Der ist nicht nur extrem muskulös, sondern auch gänzlich anders als sein Vater. Der Kampf in der Arena unterstreicht das. Amüsantes Detail für Fans: Als eine der Kreaturen eine andere packt, hochhält und zu Boden schleudert, sind das jene Monstren aus dem Holospiel, das an Bord des Rasenden Falken in EPISODE IV gezeigt wird – inklusive von damals bekannter Choreographie.

Wo Rotta eine tolle neue Figur ist (und von Jeremy Allen White sehr schön gesprochen wird) ist Sigourney Weavers Figur mehrheitlich verschwendet. Staffage, die nicht wirklich etwas zum Ganzen beiträgt. Dann gibt es noch den imperialen Warlord (naja, zwei von deren Sorte) und im Grunde ist damit auch das ganze menschliche Personal abgehakt. Fast mutet es an, als würde man einen Animationsfilm sehen. Es gibt nur wenig echtes Schauspiel. Kurios ist dabei, dass das von Grogu dadurch am stärksten heraussticht – hier ist auch subtile Mimik möglich, wie die Szene zeigt, als er einschläft.
Es gibt ein paar Szenen mit Humor, wobei Grogu zumeist dafür verantwortlich ist. Außerdem gibt es ein paar winzigkleine Mechaniker (Bild oben – kennt ihr aus EPISODE IX), die Erinnerungen an den Crazy Frog, die Werbefigur aus den Neunzigerjahren für Klingeltöne wachwerden lassen.
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