Der Horrorfilm „Lee Cronin’s The Mummy“ startet am 16. April im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film.
Mit der typischen Vorstellung einer Mumie hat Lee Cronins Film nur wenig zu tun. Sicher, es gibt einen Sarkophag – und auch so etwas wie eine Mumie –, aber die typischen Bandagen oder den Fluch des Pharaos sucht man vergeblich, auch wenn die Geschichte in Ägypten beginnt.

‚Lee Cronin’s The Mummy‘: Zur Handlung – Heimkehr aus der Finsternis
Charlie lebt mit seiner Familie in Kairo. Eines Tages verschwindet seine Tochter. Auch acht Jahre später bleibt sie verschwunden. Die Familie lebt längst in Albuquerque, als Charlie und seine Frau Larissa einen Anruf aus Ägypten erhalten: Ihre Tochter Katie wurde gefunden. Sie lebt, ist aber nach ihrem Martyrium nicht mehr sie selbst. Die Familie holt sie nach Hause. Das Kind ist katatonisch, der körperliche Zustand ist schlecht, es reagiert aber – etwa auf das Beten der Großmutter.
Charlie dämmert, dass er mehr darüber herausfinden muss, was passiert ist.

‚Lee Cronin’s The Mummy‘: Eine Kritik – Laut, blutig, kompromisslos
Lee Cronin greift im Grunde das ihm eigene Thema, das er schon in HOLE IN THE ROUND und EVIL DEAD RISE nutzte, wieder auf: die Familie. In all seinen Filmen steht eine Familie im Fokus, während das Böse in die Normalität eindringt. Im Grunde ist der Mumienfilm auch nur eine Variation von Cronins Film um die tanzenden Teufel. Denn er hat wenig mit Mumien zu tun. Im Grunde ist dies Besessenheitshorror, der mit ägyptischer Folklore abgeschmeckt wurde.
Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits entgeht der Film der mumientypischen Geschichte, andererseits verprellt er auch die Zuschauer, die angesichts des Titels genau das sehen wollen. Traditionell gibt es nur verdammt wenige Mumienfilme, die auf das konventionelle Bandagen-Monster verzichten. LEE CRONIN’S THE MUMMY kann das aber ziemlich gut. Zwar ist er bei weitem nicht so originell, wie er vielleicht hätte sein wollen, die Umsetzung ist aber knackig. Die Musik und die Soundeffekte sind laut und dröhnend, die blutigen und gruseligen Effekte haben dem Film zudem nicht umsonst eine FSK-18-Einstufung eingebracht. Es gibt einige wirklich extrem effektive Schreckszenen. Cronin erweist sich abermals als jemand, der sehr genau weiß, wie das Genre wirkungsvoll umgesetzt wird.
Das gelingt ihm auch über die erstaunlich lange Laufzeit von 134 Minuten. Keine davon ist langweilig, immer wird die Geschichte zielgerichtet vorangetrieben. Der Wechsel zwischen USA und Ägypten ist dabei zusätzlich reizvoll.
Wenn man eines wirklich bemängeln will, dann wieso gerade eine VHS-Kassette nicht nur eine wichtige Rolle spielt, sondern dass auch so ziemlich jeder einen Videorecorder parat hat, um sie abzuspielen. Das ist das Unrealistischste am ganzen Film …
Mehr zum Film hier: Hintergründe, FAQs & Details zu Lee Cronin’s The Mummy


