Die Gauner-Serie „Berlin und die Dame mit dem Hermelin“ startete am 15. Mai bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie.
Vor drei Jahren lief die erste Serie mit Berlin – naturgemäß ein Prequel zu HAUS DES GELDES, weil die beliebte Figur dort die zweite Staffel nicht überlebt (aber danach noch reichlich in Rückblicken zu sehen ist). BERLIN soll das Franchise weiter am Leben halten, es ist aber nur ein fahler Abklatsch. Das zeigte sich schon bei der ersten Serie, denn Netflix macht hier keine Staffeln, sondern eigene Serien daraus, nun also BERLIN UND DIE DAME MIT DEM HERMELIN. Das ist übrigens ein Gemälde von Leonardo DaVinci.

‚Berlin und die Dame mit dem Hermelin‘: Zur Handlung – Kunstraub mit Liebeswirren
Berlin und sein Kumpel Damian überlegen, was der nächste Coup sein soll. Während Damian Tausende Schließfächer in Marbella ausräumen will, hat Berlin Größeres im Sinn. Er läuft dabei in eine Falle und trifft auf den Herzog von Malaga, der seine Dienste in Anspruch nehmen will. Berlin und seine Truppe sollen „Die Dame mit dem Hermelin“ stehlen – für die exquisite Privatsammlung des Herzogs.
Berlin lässt sich aber ungern zum Laufburschen machen. Er plant, die Kunstsammlung des Herzogs zu stehlen, doch das ist erst der Anfang …
Berlin und die Dame mit dem Hermelin‘: Eine Kritik – Ermüdende Liebeleien und künstliche Länge
Wie schon bei der ersten Staffel steigt Berlin jedem Rock nach und ist immer sogleich verliebt. Er wechselt dabei extrem schnell, hier von der Herzogin zu einer Taschendiebin. Irgendwann wird er gefragt, ob er schon mal verliebt war. Darauf antwortet er, dass er immer verliebt ist. Das ist wohl die Selbstironie, die die Macher der Serie einzubringen bereit sind. Es ist zwar konsistent mit seiner Charakterzeichnung in HAUS DES GELDES, aber dennoch wirkt diese Fixierung auf ein neues Objekt der Liebe bei jedem neuen Bruch doch ermüdend, ja fast schon nervig. Das „fast“ kann man streichen.
Der Coup ist diesmal aber auch übermäßig kompliziert gestaltet. Erst geht es um das Eine, dann um das Andere, Gegner werden Verbündete und dann auch wieder nicht. Es ist ein ewiges Hin und Her, bei dem man den Eindruck hat, dass es überhaupt nur nötig ist, um das Ganze auf acht Folgen zu strecken. Tatsächlich hätte sich das alles auch in der Hälfte der Zeit erzählen lassen. Vielleicht wäre dann auch so etwas wie Spannung aufgekommen.
Sicher, die Serie hat ihre Momente, zumal Berlin als Figur überlebensgroß ist (und dieses Überlebensgroße auch sehr schön illustriert wird; man denke nur an die Weltreise mit Damian, als dieser von seiner Frau verlassen wird). Aber das reicht nicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Muss man die erste ‚Berlin‘-Serie oder ‚Haus des Geldes‘ kennen? Es hilft, um die Figuren und Berlins exzentrische Art zu verstehen. Da es sich aber um eine eigene, abgeschlossene Kriminalgeschichte handelt, ist Vorwissen nicht zwingend erforderlich.
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Worum geht es beim Titel der Serie? Der Titel bezieht sich auf das berühmte reale Gemälde „Die Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci, welches im Zentrum des geplanten Raubzugs steht.
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Warum zieht sich die Story so in die Länge? Die Macher haben den Heist mit extrem vielen Wendungen und Beziehungsdramen vollgepackt, wodurch die Handlung über acht Folgen gestreckt wurde, anstatt sie kompakt zu erzählen.
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Lohnt sich das Einschalten für Action-Fans? Eher weniger. Die Serie setzt deutlich mehr auf die romantischen Eskapaden von Berlin und ein verworrenes Katz-und-Maus-Spiel als auf krachende Action.
Mehr Informationen zur Serie hier: Berlin und die Dame mit dem Hermelin Staffel 1 (2026)



