Der paranormale Thriller „Obsession“ startet am 25. Juni im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film.
Ein Titel wie OBSESSION lässt zunächst wenig Besonderes erwarten. Zu oft wurde dieser Name bereits für austauschbare Erotik- oder Thrillerproduktionen verwendet. OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN schlägt jedoch eine völlig andere Richtung ein. Statt eines gewöhnlichen Erotikthrillers liefert der Film einen unangenehmen Horrortrip über Sehnsucht, Besitzdenken und die gefährliche Frage, was passieren würde, wenn Wünsche tatsächlich wahr werden.

‚Obsession‘: Zur Handlung – Die Gefahr der „One Wish Willow“
Bear ist heimlich in seine Kollegin Nikki verliebt. Als sie ihren Job kündigt, gerät er in Panik, weil er ihr seine Gefühle nie gestanden hat. Frustriert greift er zu einer mysteriösen „One Wish Willow“, einem Zweig, der angeblich Wünsche erfüllt. Bear spricht den Wunsch aus, Nikki solle ihn bedingungslos lieben. Natürlich hält er das Ganze selbst für Unsinn – bis sich Nikkis Verhalten kurz darauf radikal verändert.
Zunächst scheint sich Bears Traum zu erfüllen. Nikki sucht seine Nähe, schenkt ihm ihre gesamte Aufmerksamkeit und wirkt vollkommen auf ihn fixiert. Doch sehr schnell kippt die Situation. Ihre Zuneigung wird zunehmend verstörend. Sie beobachtet ihn nachts regungslos aus einer dunklen Ecke des Zimmers, wartet stundenlang auf ihn und bewegt sich manchmal auf eine beinahe unnatürliche Weise. Stimmungsschwankungen schlagen abrupt in aggressive Ausbrüche um, wenn Bear nicht so reagiert, wie sie es erwartet. Aus romantischer Erfüllung wird ein Albtraum.
‚Obsession‘: Eine Kritik – Horror durch Stille und Subtilität
Autor und Regisseur Curry Barker spielt dabei geschickt mit den Erwartungen des Publikums. Anfangs deutet vieles darauf hin, dass Bear selbst zum obsessiven Stalker werden könnte. Tatsächlich wird jedoch er zum Opfer seiner eigenen Wünsche. Gerade dieser Perspektivwechsel verleiht dem Film seinen Reiz.
Trotz des übernatürlichen Ansatzes setzt OBSESSION weniger auf große Effekte als auf Atmosphäre. Der Horror entsteht vor allem durch subtile Bilder und unangenehme Situationen. Besonders effektiv sind die stillen Momente: Nikki, die lautlos im Zimmer steht und Bear beobachtet, oder Szenen, in denen ihre Gefühle plötzlich ins Extreme kippen. Die reduzierte Musik und die zurückhaltende Inszenierung verstärken die beklemmende Stimmung zusätzlich.
Getragen wird der Film vor allem von den beiden Hauptdarstellern. Inde Navarrette und Michael Johnston zeigen deutlich mehr Facetten als in ihren früheren Serienrollen und verleihen den Figuren eine emotionale Glaubwürdigkeit, die den Horror erst richtig funktionieren lässt.
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