Die Odyssee Filmkritik: Ein bildgewaltiges Epos

Unser Urteil: Ein epochales Meisterwerk von Christopher Nolan, das das Monumentalkino neu definiert und die Kinoleinwand erbeben lässt

L to R: Matt Damon is Odysseus and Zendaya is Athena in THE ODYSSEY, written, produced, and directed by Christopher Nolan. (c) Universal Pictures
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Der Monumentalfilm „Die Odyssee“ startet am 16. Juli im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Christopher Nolan.

Die Geschichte der Odyssee wurde schon mehrmals verfilmt, Christopher Nolan erkannte aber dennoch eine Lücke, denn was bislang fehlte, war eine Umsetzung der Geschichte mit den Möglichkeiten eines modernen Blockbusters – und dessen Budget. 250 Millionen Dollar ließ Universal sich das fast dreistündige Epos kosten. Man sieht und hört praktisch jeden Dollar auf der Leinwand.

Matt Damon is Odysseus in THE ODYSSEY, written, produced, and directed by Christopher Nolan (c) 2026 Universal Pictures

Die Odyssee: Zur Handlung – Die endlose Heimkehr

Nach dem Fall von Troja beginnt für Odysseus und seine Männer die Heimreise, aber sie wird Jahre dauern und längst nicht jeder wird in die Heimat zurückkehren. Auf ihrer Reise begegnen sie Zyklopen, Sirenen und anderen Gefahren.

Derweil kann sich Odysseus‘ Freu Penelope in Ithaka kaum der Bewerber erwehren, die zu ihrem neuen Mann und damit zum König über Ithaka werden wollen. Damit ist auch das Leben ihres Sohns Telemachus in Gefahr.

Die Odyssee: Eine Kritik – Nolan in absoluter Höchstform

Christopher Nolans neuer Film ist ein Fest für die Augen, aber auch die Ohren. Die Bilder, die er bietet, sind von solch großer Erhabenheit, dass man fast in Ehrfurcht erstarrt, die Musik von Ludwig Göransson kommt mit unglaublicher Wucht daher und steigert sich gerade auch bei den Actionszenen immer mehr. Unterstützt wird beides von einem Sounddesign, das den Kinosessel erbeben lässt. Hier ist man wirklich mittendrin statt nur dabei.

Nolan orientiert sich an der von Homer überlieferten Geschichte, inklusive solcher Passagen, die ansonsten auch gerne ausgelassen werden, so etwa der Begegnung mit den Laistrygonen. Darüber hinaus findet er eine Bild- und Erzählsprache, die für den Stoff im Grunde einmalig ist. Die Begegnung mit dem Zyklopen läuft anders als erwartet, funktioniert im Grunde schon nach den narrativen Konventionen eines Horrorfilms, und das nicht nur, weil der Zyklop Menschen packt und ihnen die Köpfe abbeißt.

THE ODYSSEY, written, produced, and directed by Christopher Nolan (c) 2026 Universal Pictures

Der Autor und Regisseur behandelt die Reise als ebenso wichtig wie das, was zuhause passiert – etwas, das vor kurzem erst der Film RÜCKKEHR NACH ITHAKA in den Fokus gestellt hat. Hier wechseln beide Erzählebenen, sie bedingen einander sogar, etwa dann, wenn Telemachus nach seinem Vater sucht und man zugleich sieht, wie Odysseus sich vergessen hat, während er bei Calypso ist und eine falsche Form von Glückseligkeit empfindet. Matt Damon spielt das erstaunlich vielschichtig. Dabei kommt ihm aber auch Nolans Skript entgegen, denn der Regisseur zeigt auch den Fall Trojas und was das bedeutet. Odysseus bedauert seinen Einfallsreichtum, weil er zugleich bedeutete, dass seine Leute in die Barbarei verfielen. „Ich öffnete die Tore und ließ zehn Jahre der angestauten Wut in die Stadt“, sagt er und wirkt, als würde das Schicksal der ganzen Welt auf ihm lasten. Weil er weiß, dass er der Zivilisation einen Stoß versetzt hat und die Welt in Dunkelheit verfällt. Die Griechen werden zu dem, was sie selbst fürchten, die Menschen vom Meer, die über Städte herfallen.

Nolan macht die Geschichte damit nicht nur zu einem großen Epos, sondern zeigt einen gebrochenen Helden, der die meisten seiner Entscheidungen bereut. Zugleich ist DIE ODYSSEE ein Kommentar darauf, wie auch zivilisierte Menschen in Barbarei verfallen können – eine der hässlichen Wahrheiten jedes Krieges.

DIE ODYSSEE ist bis in die Nebenrollen exzellent besetzt, die Stars sind ihren Rollen gegenüber aber nie übermächtig, sondern ordnen sich unter.

Mehr Informationen zum Film: Details, Hintergründe, FAQs…

Fazit: Monumentalkino für die Ewigkeit
Matt Damon meinte, ein Film wie dieser wird so nie mehr entstehen. Was er damit ausdrücken wollte, ist Nolans Hingabe an die Realität des Drehs. Natürlich gibt es auch visuelle Effekte, aber vor allem wirkt DIE ODYSSEE unglaublich authentisch. Dies ist Monumentalkino, das sogar den großen Klassikern der Fünfziger- und Sechzigerjahre nicht nur ebenbürtig ist, sondern sie in mancherlei Hinsicht sogar überflügelt. Ein Film, der auf der größtmöglichen Leinwand genossen werden muss – idealerweise in einem IMAX.
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