Das Ende der Sterne Filmkritik: Ridley Scotts leise Endzeit-Poesie

Unser Urteil: Ridley Scott gelingt mit der Bestseller-Adaption ein ergreifendes, kontemplatives Sci-Fi-Drama. Jacob Elordi begeistert mit einer vielschichtigen Leistung an der Seite von Josh Brolin.

(L-R) Jacob Elordi als Hig und Margaret Qualley als Cima in 20th Century Studios' Das Ende der Sterne (THE DOG STARS). © 2026 20th Century Studios. All Rights Reserved.
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Der Sci-Fi-Film „Das Ende der Sterne“ startet am 27. August im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Ridley Scott.

Ridley Scotts Adaption von Peter Hellers Roman sollte ursprünglich bereits vor einigen Monaten starten. Nach einer Verschiebung kommt der Film nun am 27. August unter dem verkürzten Titel DAS ENDE DER STERNE ins Kino. Die poetischere Buchbezeichnung DAS ENDE DER STERNE, WIE BIG HIG SIE KANNTE hätte allerdings gut zu dieser ungewöhnlichen Endzeitgeschichte gepasst.

Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte© 2026 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Das Ende der Sterne: Zur Handlung – Die Suche nach Leben in der Einsamkeit

Eine Grippe hat fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Jahre später bewohnen der Pilot und Mechaniker Hig (Jacob Elordi) und der kompromisslose Überlebenskünstler Bangley (Josh Brolin) einen von Bergen umgebenen Flugplatz. Während Hig die Umgebung aus der Luft kontrolliert, beseitigt Bangley jeden möglichen Eindringling lieber sofort. Sein Grundsatz, zunächst zu schießen und später Fragen zu stellen, verdeutlicht den Gegensatz zwischen den Männern.

Hig möchte den Glauben an andere Menschen nicht aufgeben. Bangley dagegen sieht im Untergang der Zivilisation lediglich den Beweis dafür, wie grausam der Mensch schon immer gewesen ist. Als Hig während eines Fluges einen Funkspruch empfängt, wächst in ihm die Hoffnung auf weitere Überlebende. Er bricht auf, weil bloßes Weiterexistieren für ihn nicht genügt.

Das Ende der Sterne: Eine Kritik – Menschlichkeit und Emotion statt kühler Dystopie

Hellers 2012 veröffentlichter Erfolgsroman weckte früh das Interesse von Scotts Produktionsfirma Scott Free. Mehrfach plante Scott die Verfilmung, schob jedoch andere Projekte dazwischen. Nun bewahrt er den minimalistischen Charakter der Vorlage und konzentriert sich auf Nähe, Liebe und Menschlichkeit in einer weitgehend entvölkerten Welt.

Ganz ohne die üblichen Genrebausteine kommt der Film dennoch nicht aus. Angriffe beim Start eines Flugzeugs und feindselige Überlebende sorgen für Action und Spannung. Wo Ressourcen fehlen, wird jedes Zusammentreffen zum Risiko. Selbst friedliche Absichten bieten keinen Schutz vor Misstrauen oder Gewalt.

Trotzdem prägt Zuversicht den Film stärker als Verzweiflung. Darin erinnert DAS ENDE DER STERNE entfernt an Kevin Costners THE POSTMAN, wobei ein gesellschaftlicher Neubeginn hier noch unwahrscheinlicher erscheint.

Scott bezeichnete das Werk selbst als seinen besten Film seit DER MARSIANER. Das klingt selbstbewusst, ist jedoch nachvollziehbar. Elordi spielt vielschichtig und harmoniert hervorragend mit Brolin sowie besonders mit Filmhund Rak Jasper. Auch Guy Pearce und Margaret Qualley überzeugen.

Mehr Informationen und Hintergründe zum Film hier: Das Ende der Sterne –  Film (2026)

Fazit: Scotts eindringlichster Film seit Jahren
Seine größte Wirkung entfaltet der Film in den stillen Passagen. Scotts kontemplative Inszenierung erinnert an Terrence Malick, bleibt aber zugänglicher. Harry Gregson-Williams’ Musik verstärkt die Emotionalität einer Geschichte, die dem Weltuntergang keinen Zynismus, sondern einen unbeirrbaren Glauben an die Menschlichkeit entgegensetzt.
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