Die Comic-Verfilmung „Clayface“ startet am 22. Oktober im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film.
Schon mit den beiden JOKER-Filmen zeigte man bei DC, dass man anders als bei der Konkurrenz von Marvel Geschichten auch außerhalb üblicher Superhelden-Tropen erzählen wollte. War JOKER so etwas wie TAXI DRIVER, erweist sich CLAYFACE als Body-Horror mit DARKMAN-Anleihen. Dass der Film dabei nur 40 Millionen Dollar gekostet hat, zeigt auch, dass man Comic-Themen abseits der typischen Blockbuster-Mentalität Hollywoods umsetzen kann.

Clayface: Zur Handlung – Der schmerzhafte Fall eines Hollywood-Stars
Der Schauspieler Matt Hagen ist gerade groß im Kommen. Er wurde für einen Oscar nominiert, feiert und lernt dabei Mia kennen, mit der er eine heiße Nacht verbringt. Die Warnung seines Kumpels, wer Mias Freund ist, interessiert ihn nicht, aber noch in dieser Nacht taucht der Gangster-Boss Markos Szabo mit seinen Leuten in Matts Schlafzimmer auf. Der Mann bearbeitet Matts Gesicht mit einem Rasiermesser und zerstört danach seinen Ruf. Matt ist am Boden, alle lassen ihn fallen, aber dann findet er eine Ärztin, die an einer neuen Nano-Technologie arbeitet, die Gewebe wiederherstellen kann. Er hofft auf Heilung, doch die Nano-Behandlung kommt mit unerwarteten Konsequenzen daher …
Clayface: Eine Kritik – Von Frankenstein bis ‚Die Fliege‘
Mike Flanagan schrieb das Skript, hatte aber keine Zeit, den Film auch zu inszenieren. Das übernahm James Watkins, der Hossein Amini als Autor dazuholte. Herausgekommen ist ein düsterer Film weit abseits typischer Superhelden-Kost. In Hinblick auf untypische weckt er dann aber doch Erinnerungen, nämlich an Sam Raimis DARKMAN, in dem ein Mann entstellt wird und dann mit Masken auf Rachefeldzug geht. Um Rache geht es auch in CLAYFACE, nur dass Matt Hagen keine Masken braucht. Sein ganzer Körper ist eine, und das nutzt der Film exzellent im Finale, in dem die Hauptfigur ständig ihren Look wechselt, was von Watkins aber so gelungen inszeniert ist, dass man als Zuschauer nie in Verwirrung gerät.
Hauptdarsteller Tom Rhys Harries ist gut darin, die Veränderung der Figur zu zeigen, von einem Mann, der alles hat, zu einem der alles verloren hat, und dann zu einem, der sich besser denn je fühlt, aber gar nicht merkt, wie er sich innerlich verändert. Es ist eine Art Frankenstein-Geschichte, kombiniert mit dem Body-Horror von DIE FLIEGE und dem Element des Wahnsinns, das DER UNSICHTBARE auszeichnet. Denn eigentlich mag man Matt Hagen, und bis zu einem gewissen Punkt steht man immer an seiner Seite, weil man seinen Rachewunsch nachvollziehen kann. Aber dann überschreitet er eine Grenze – das ist auch notwendig, weil Clayface eigentlich ein Batman-Schurke ist. Entsprechend spürt man aber auch über den ganzen Film hinweg, dass über all dem Tragik liegt. Man weiß schlicht und ergreifend, dass es für Matt Hagen kein Happyend geben kann.
Der Film ist intim in der Zeichnung seiner Hauptfigur, packend in der Umsetzung der Rachegeschichte, und er wartet mit einigen Szenen auf, die das Ganze zum Horrorfilm werden lassen. Wer nicht sehen kann, wie mit einer Nagelschere dicke Haut durchschnitten wird, sollte bei der Flugzeug-WC-Szene besser die Augen schließen.
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