Der Historienfilm „The Uprising“ startet am 10. September im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Paul Greengrass.
Paul Greengrass erzählt als Autor und Regisseur von einem Bauernaufstand im England des Jahres 1381. Das macht er mit starken Bildern, erdig-dreckigem Look, guten Schauspielern und einem Drehbuch, das an allen Ecken und Enden ächzt.

‚The Uprising‘: Zur Handlung – Der Marsch gen London
Der Pflüger – sein Beruf ist sein Name – verweigert neue Steuern, die der Rat des Königs erlassen hat. Beim Eintreiben tötet er einen Soldaten, was die anderen Bauern auch zum Aufbegehren bringt. Wenig später sammeln sich immer mehr Bauern um den als Ketzer gebrandmarkten Priester John Ball und den Soldaten Wat Tyler. Sie marschieren gen London, weil sie den König aus den Klauen seines Rats befreien wollen. Noch glauben sie, dass ihnen in dieser Welt Gerechtigkeit widerfahren kann …
‚The Uprising‘: Eine Kritik – Im Schweinsgalopp durch die Geschichte
Vom Erschlagen des ersten Soldaten bis zur ersten Bauernarmee vergehen ein paar Minuten. Das handelt Paul Greengrass hopplahopp ab, lässt dabei aber alle Tiefe vermissen. Die Figuren sind nur angedeutet, das größere Drumherum mit dem konstanten Auspressen der Bauern so nebensächlich abgehandelt, dass man schlicht nach mehr verlangt. Es mutet an, als hätte Greengrass nicht genug Zeit. Oder aber das Politische hinter dem Aufstand war ihm zu langweilig. So hat man eine erste Stunde, in der viel marschiert, ein wenig gekämpft und London überrannt wird.
Dann hat man einen Zwischenteil, der reichlich Wasser tritt, und ein Finale, das bei der Charakterisierung des jungen Königs auch Purzelbäume schlägt. Sein Handeln ist nie nachvollziehbar. Abgerundet wird das dann noch mit einem ein Jahr später spielenden Epilog, der anmutet, als hätte Greengrass eigentlich eine Robin-Hood-Ursprungsgeschichte gepitcht und als kein Studio darauf angesprungen ist, weil Robin Hood im Kino nicht gut läuft, hat er eben auf den Bauernaufstand umgeschwenkt. Das Ende ist dann auch reichlich hanebüchen und wackelig in der Charakterisierung der Figuren.
THE UPRISING sieht gut aus, er bietet aber zu wenig. Die Figuren sind allesamt Abziehbilder, es entsteht kein echtes Gefühl für sie. Die Handlung wird im Schweinsgalopp erzählt. Man kann sich das so vorstellen, als nähme man eine Serie wie DIE TUDORS, würde aus den 40 Folgen aber einfach einen gut zweistündigen Film zusammenschneiden. Das Ergebnis ist mager und wirr.
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