Der Actionfilm „Onslaught“ startet am 3. September im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Adria Arjona.
Mit THE GUEST gelang Adam Wingard einst der Sprung vom Independent- zum großen Studiokino. Nach seinen kostspieligen GODZILLA-Produktionen besinnt sich der Regisseur mit ONSLAUGHT nun wieder auf diese Anfänge. Eine Fortsetzung von THE GUEST ist der Film trotzdem nicht, auch wenn beide Geschichten am selben Ort angesiedelt sind. Dan Stevens bezeichnete ONSLAUGHT auf der San Diego Comic-Con als „eine Art spirituelle Fortsetzung“.

Onslaught: Zur Handlung – Supersoldaten in der Wohnwagensiedlung
Irgendwo in der Wüste arbeitet ein deutscher Wissenschaftler an einer ebenso wirkungsvollen wie skrupellosen Waffe: Supersoldaten, die nach ihrer Aktivierung so lange töten, bis sie selbst ausgeschaltet werden oder niemand mehr übrig ist.
Drei dieser Kampfmaschinen können entkommen und hinterlassen auf ihrem Weg eine Spur der Verwüstung. Nach einem Diner erreichen sie eine Wohnwagensiedlung, in der die Veteranin Celeste (Adria Arjona) mit ihrer Tochter lebt. Ausgerechnet hier kommt es zur Konfrontation. Celeste muss auf ihre militärische Erfahrung zurückgreifen, wenn sie ihr Kind lebend durch die Nacht bringen will.
Onslaught: Eine Kritik – John Carpenter trifft auf Texas Chainsaw Massacre
Wingard wirft sich mit Begeisterung auf die Filme, mit denen er aufgewachsen ist. Schon Matthew Pustis Synthesizer-Score weckt Erinnerungen an John Carpenter, wobei vor allem ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT Pate gestanden zu haben scheint.
Die Besetzung verstärkt den Retro-Charakter. Michael Biehn gehörte dank TERMINATOR und ALIENS zu den markantesten Gesichtern des Achtzigerjahre-Actionkinos. Reginald VelJohnson wiederum unterstützte als Polizist den von Bruce Willis gespielten John McClane in STIRB LANGSAM. Und sobald ein Supersoldat mit einer gewaltigen Kettensäge die Verfolgung aufnimmt, lässt THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE grüßen.
Wingard und Simon Barrett, die gemeinsam die Geschichte entwickelten, begnügen sich aber nicht mit Filmzitaten. ONSLAUGHT steigert sich immer wieder ins Groteske. Dan Stevens wird unter dickem, bewusst überzogenem Make-up zum Mad Scientist wie aus einem Comic. Bereits seine Einführung macht klar, wohin die Reise geht: Hanna Kammler (Rebecca Hall) ruft den Doktor zu sich. Der kriecht auf allen vieren heran und leckt ihr die Schuhe, bevor er wieder seiner eigentlichen Aufgabe nachgehen darf – dem Erschaffen von Supersoldaten.

Wingard und Barrett beziehen sich auf die Operation Paperclip, in deren Rahmen nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Wissenschaftler in die USA gebracht wurden, damit ihr Wissen dort genutzt werden konnte. ONSLAUGHT spinnt diesen Gedanken weiter und präsentiert die dritte Generation dieser Wissenschaftler.
Ähnlich verspielt ist die Musikauswahl. „Paint It Black“ erklingt nicht in der berühmten Version der Rolling Stones, sondern als deutscher Schlager. Später folgt ein weiterer Klassiker in vergleichbarer Form – offenbar genau die Musik, die der verrückte Doktor bei seiner Arbeit bevorzugt.
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