The Last House Filmkritik: Wagner Moura im extremen Sci-Fi-Lockdown

Unser Urteil: Unterhaltsamer Netflix-Thriller von Louis Leterrier mit schicken Creature-Designs, der trotz arger Logiklöcher und schwachem Ende Laune macht

The Last House (c) Netflix
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Der Sci-Fi-Thriller „The Last House“ startete am 7. August bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Wagner Moura.

Neu ist die Geschichte nicht unbedingt. Vor nicht allzu langer Zeit gab es den deutschen Film BRICK – auch bei Netflix. Und selbst der hat die Idee, dass Menschen aufgrund einer äußeren Macht ihr Haus nicht mehr verlassen können, nicht erfunden. Die vielleicht früheste Umsetzung dieser Idee war „Ein Kinderspiel“ aus der Serie VORSICHT, HOCHSPANNUNG! in den frühen Achtzigerjahren. Immerhin hat jede diese Geschichten eine andere Auflösung.

The Last House (c) 2026 Netflix

The Last House: Zur Handlung – Eingesperrt im eigenen Heim

Der Regen beginnt zu fallen und eine Familie muss feststellen, dass sie das Haus nicht mehr verlassen kann. Weder Türen noch Fenster lassen sich öffnen. Das gilt nicht nur für sie, sondern für jedes Haus in der Straße, vielleicht sogar die ganze Welt. Die Tage vergehen, dann die Wochen. Es regnet immer wieder, draußen schleichen Kreaturen herum und die Nahrung geht langsam zur Neige …

The Last House: Eine Kritik – Tolle Effekte, klaustrophobischer Nervenkitzel und subversive Logiklöcher

Der im letzten Jahr für einen Oscar nominierte Wagner Moura spielt hier für die letzte Reihe. Allerdings hat er auch kein besonders gutes Material abbekommen. Die Dialoge sind allenfalls solide, die Handlung okay. Das Problem ist, dass der Film vom Publikum fordert, alles zu schlucken. Der totale „leap of faith“, denn ansonsten funktioniert der Streifen eigentlich nicht. Das gilt insbesondere auch, weil es mit der Logik hapert, die am Ende fast schon in dem Wasser, das die Erde zu umspannen scheint, ertränkt.

Denn der Film will sein Happyend und kriegt es auch, allerdings ist das hochgradig unglaubwürdig und gänzlich sinnfrei. Stärker ist das Mysterium, das es zuvor gibt, auch und gerade mit der Frage, ob dies nun außerirdische Invasoren sind oder Wesen, die aus den Tiefen der Meere gekommen sind. Damit fängt der Film durchaus einiges an. Einerseits gibt es tolle Creature-Designs und schöne Effekte, andererseits auch Momente mit starkem klaustrophobischem Feeling.

Nur bis dahin ist der Film etwas uneben, weil die Familie das anfangs noch wie ein Ferienabenteuer behandelt, und die Story erst später wirklich ernsthaft wird. Das vielleicht interessanteste, fast schon en passant gezeigte Element der Handlung ist, dass diese Familie nur überlebt, weil sie pleite ist und ihr von Rissen durchzogenes Haus nicht reparieren kann. Es sind aber diese Risse, die es erlauben, zumindest minimalen Kontakt nach draußen zu haben, und so das Überleben zu sichern. Die Wohlhabenden, die Reichen, sie alle verrecken, während der arme Schlucker eine Chance erhält. Das muss man schon fast als subversiv ansehen, angesichts des bisherigen Werks von Regisseur Louis Letterier dürfte das aber nur ganz nebenbei entstanden sein.

Tipp: Weitere Informationen zu The Last House gibt es hier

Fazit: Kurzweiliger Funsplatter-Thriller für den Feierabend
Der Film ist nicht besonders logisch, mitunter auch dämlich, aber das heißt nicht, dass er nicht unterhalten könnte. Im Gegenteil: Er macht Spaß, man darf nur nicht zu sehr darüber nachdenken.
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