Der Sci-Fi-Film „Disclosure Day“ startet am 10. Juni im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Steven Spielberg.
Mit DISCLOSURE DAY kehrt Steven Spielberg zu seinen Wurzeln zurück. Der Regisseur von UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART hat die Story entwickelt und David Koepp dann das Drehbuch schreiben lassen. Herausgekommen ist ein Film, der reichlich Action hat, aber vor allem mit interessanten Gedankenkonzepten spielt – in Hinblick auf das Göttliche, aber auch das Extraterrestrische.

‚Disclosure Day‘: Zur Handlung – Die Jagd nach der ultimativen Wahrheit
Daniel Kellner ist auf der Flucht. Er hat für die Firma WARDEX gearbeitet, die seit 79 Jahren geheim hält, was die Welt ins Chaos stürzen könnte: Das Wissen um die Existenz Außerirdischer, mehr aber noch, dass diese bereits auf der Erde sind. Er ist auf der Flucht, während eine Wetterfee eines Senders in Kansas vor laufender Kamera plötzlich in extraterrestrischer Sprache spricht. Und: Sie sieht Menschen an und weiß Dinge. Während WARDEX hinter ihr her ist, sucht sie wiederum nach Daniel, ohne zu wissen, warum oder wieso.
Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Steht am Ende der Disclosure Day, wenn die ganze Wahrheit der Welt präsentiert wird?

‚Disclosure Day‘: Eine Kritik – Gedankenexperimente, Verschwörungstheorien und Spielberg-Magie
Im Vorfeld des Debüts des Films gab es von einen Verschwörungstheoretikern die These, dass Steven Spielberg im Auftrag der amerikanischen Regierung (oder einer Schattenregierung?) mit seinem Film das Publikum darauf vorbereiten soll, dass ein Disclosure Day kommt. Der Meinung dieser Menschen nach sollten wir alle erfahren, dass es außerirdisches Leben auf der Erde gibt. Spielberg hat das längst dementiert (musste er wohl, könnten Gläubige sagen), allerdings ist er durchaus der Meinung, dass es in den Weiten des Universums Leben gibt. In Interviews äußerte er sich auch dahingehend, dass er sich durchaus vorstellen kann, dass die Erde schon besucht wurde. Sein neuer Film befasst sich mit der Frage, was passieren würde, wenn eine ultimative, die Fundamente unseres Selbstverständnisses sprengende Wahrheit ans Licht käme.
DISCLOSURE DAY ist ambivalent in seiner Figurenzeichnung. Colin Firth ist der Antagonist, aber kein Schurke, sondern jemand, der wahrhaftig glaubt, das Richtige zu tun. Weil er glaubt, dass das Wissen um Außerirdische ins Chaos führen würde. Demgegenüber steht Daniel Kellner, der die Wahrheit und ihre Auswirkungen nicht bewertet, aber glaubt, dass jeder ein Recht hat, sie zu erfahren. Dazwischen die ehemalige Nonne Jane, die den Glaubensaspekt der Geschichte illustriert. Würde die Existenz Außerirdischer Gott in Frage stellen? Ebenso stellt der Film aber die Frage, ob übermächtige Wesen nicht als göttlich wahrgenommen werden würden. Wie würde die Welt sich verändern? Das wird hier nur angerissen, denn die eigentliche Geschichte beginnt in der Sekunde, nach der der Film endet. Das mag Stoff für eine Fortsetzung sein oder es ist der Phantasie des Publikums überlassen. Aber das ist das, was wirklich fasziniert.
Was zuvor kommt, ist ein brillant gestalteter Sci-Fi-Thriller, der Ideen aufgreift, die Spielberg schon bei seinem 1977er-UFO-Film hatte – und tatsächlich gibt es am Ende, als auf vielen verschiedenen Bildschirmen das geleakte Material zu sehen ist, auch kurz den Berg aus diesem Film zu sehen. Mehr war nicht möglich, da DISCLOSURE DAY eine Universal-Produktion ist, UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART aber von Columbia produziert wurde, das heute Sony Pictures gehört.
DISCLOSURE DAY ist nicht nur der Ideen wegen spannend, Spielberg weiß natürlich auch, wie man Action inszeniert. Die Verfolgungsjagden sind gleichsam angenehm zurückhaltend für einen Blockbuster, aber auch sehr dynamisch. Getragen wird der Film darüber hinaus vom starken Ensemble. Emily Blunt hat dabei die herausforderndste Rolle, muss in anderen Sprachen sprechen, verwirrt und dennoch von sich überzeugt sein, und das auch, weil ihre Figur schon messianische Züge annimmt.
Weitere Informationen zum Film hier: Hintergründe, FAQs, Film-Details zu DISCLOSURE DAY


