Mother Mary Filmkritik: Anne Hathaway in einem Bilderrausch aus Pop und Vergebung

Unser Urteil: Ein traumwandlerisches Kammerspiel zwischen Realität und Metaphysik

Mother Mary (c) 2026 A24
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Das Horror-Melodram „Mother Mary“ startet am 21. Mai im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Anne Hathaway.

David Lowery hat in seinem Leben schon einige gefällige, aber überraschungsfreie Mainstreamgroßproduktionen geschrieben und inszeniert. Spannender ist er aber, wenn er sich auf Stoffe einlässt, die ganz und gar von ihm kommen, seien es A GHOST STORY und THE GREEN KNIGHT oder nun eben MOTHER MARY.

Mother Mary (c) 2026 A24

‚Mother Mary‘: Zur Handlung – Kleider, Krisen und alte Wunden

Mary ist ein riesiger Popstar und steht vor dem Comeback, aber sie ist mit ihrem Kleid unzufrieden, weswegen sie in London Sam aufsucht. Die Modedesignerin hat früher Marys Kleider entworfen, bis es zum Bruch kam. Nun bittet Mary um Hilfe und Sam gewährt sie ihr. In den nächsten Tagen kreisen die beiden Frauen umeinander, immer wieder eingeholt von der Vergangenheit. Die ist nicht abgeschlossen, sie fordert ihren Tribut, und Mary und Sam sind bereit, ihn zu zahlen …

‚Mother Mary‘: Eine Kritik – Schauspielkunst in Vollendung

Der Film ist ein visuelles Gedicht, aber auch die Texte sind von erlesener Schönheit. Die Dialoge, die Lowery hier entworfen hat, sind Gold für begnadete Schauspielerinnen. MOTHER MARY ist im Grunde ein Kammerspiel. Über weite Strecken sind es nur Anne Hathaway und Michaela Cole, die gemeinsam agieren und sich schauspielerisch herausfordern, ohne die jeweils andere hinter sich zu lassen. Sie treiben sich gegenseitig an. Für beide Schauspielerinnen ist dies eine der ganz großen Performances ihrer Karriere.

Im Kern ist es eine Geschichte über Vergebung, über die Taten der Vergangenheit und den notwendigen Moment, diese nicht nur anzuerkennen, sondern auch Abbitte zu leisten. Aber das verpackt David Lowery in einen Bilderrausch, gerade auch in den Rückblicken bzw. den Momenten eines Konzerts. Die Bilder, die er hier findet, sind solche, an denen man sich gar nicht sattsehen kann.

Die Geschichte ist eigentlich überschaubar klein, in ihrer Umsetzung aber weit größer, weil Lowery auf einen metaphysischen Aspekt setzt, mit dem man die Geschichte im Reich des Horrors oder der Fantasy verorten könnte, aber er legt sich nie wirklich fest. Was beide Frauen erleben, kann auch ein Fall von Folie à deux sein. Aber darum geht es eigentlich auch gar nicht. Dies ein Film, der herausfordert, sich nicht nur in seinen Bildern zu verlieren, sondern sich vom Klang der Dialoge in den Bann ziehen zu lassen.

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Fazit: Anspruchsvolles Kino für die Sinne
Leichte Unterhaltung ist MOTHER MARY nicht, das ist klar, wenn man aber Lowery-Filme wie A GHOST STORY und THE GREEN KNIGHT mochte, dann hat man wohl das richtige Mindset, um auch hier gut unterhalten zu werden. MOTHER MARY ist ein Film, dem man vielleicht am Ehesten damit gerecht wird zu sagen, dass in einer traumwandlerischen Zwischenwelt von Fantasie und Realität existiert.
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