‚His & Hers‘ Serienkritik: Wer überkonstruierte Krimis mag, ist hier richtig

Unser Urteil: Spannende Fassade mit gigantischen Logiklöchern – Jon Bernthal und Tessa Thompson am Limit

HIS & HERS (c) Netflix 2026
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Die Krimiserie „His & Hers“ startete am 8. Januar bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie mit Tessa Thompson und Jon Bernthal.

Es gibt zwei Arten von Krimis. Solche, bei denen sich die Geschichte organisch entwickelt, und jene, bei denen jede Wendung genau vorher geplant wurde. Mehr noch: Die Figuren, ihre Motivation, alles wurde daraufhin konstruiert, am Ende einen schönen Twist und eine Überraschung bieten zu können. Das ist erfolgreich, so wie es Alice Feeneys Romanvorlage auch war. Es ist nur ärgerlich, wenn man diesen Konstruktionen so gar nichts anfangen kann.

HIS & HERS (c) Netflix 2026

‚His & Hers‘: Zur Handlung – Eine Affäre, ein Mord und tiefe Gräben

In einem Waldstück nahe einem kleinen Ort wird eine Frauenleiche gefunden. Der ermittelnde Detective Harper kannte das Opfer – er hatte mit ihr eine Affäre. Die Reporterin Anna, die mit ihm verheiratet ist und sich nach dem Tod ihrer Tochter von allem zurückgezogen hat, ist wieder da, um darüber zu berichten.

Es bleibt nicht bei einem Opfer. Schnell wird klar, dass die Vergangenheit hier eine gewichtige Rolle spielt. Was vor gut 20 Jahren passierte, holt alle Beteiligten jetzt wieder ein.

HIS & HERS (c) Netflix 2026

‚His & Hers‘: Eine Kritik – Wenn der Twist die Logik frisst

Die Prämisse ist gut, nicht allzu originell, aber doch gefällig und spannend aufbereitet. Der Polizist, der ermittelt, aber verhindern will, selbst in Verdacht zu geraten, ist ein Standard des Genres. Aber dieser Standard funktioniert, so auch bei HIS & HERS. Dem Titel wird die Miniserie allerdings nicht gerecht, denn seine und ihre Seite einer Geschichte, die für jeden wahr ist, ist etwas, das nur in einer Folge sehr spät in der Miniserie zum Tragen kommt, und dann auch nur ein Nebenschauplatz ist.

Im Verlauf von sechs Episoden fühlt man sich durchaus gut unterhalten, aber mit jeder neuen Episode ahnt man: Die Auflösung wird dem Mysterium nicht gerecht werden. Denn die Serie kann sich nicht entscheiden, was sie will. Oder anders gesagt: Sie ergeht sich in falschen Fährten, so dass sie letztlich selbst schon darüber stolpert.

Am Ende gibt es einen Ja-das-hab-ich-mir-gedacht-Moment, gefolgt von einem Das-hätte-ich-nicht-erwartet-Moment. Aber der bringt eigene Probleme mit sich. In Hinblick auf die Logik der Ereignisse, auf die Frage, wie das alles so ablaufen konnte, wie beschrieben. Die Plotlöcher sind gigantisch, die Ungereimtheiten nehmen zu, am Ende versucht sich HIS & HERS über die rasante Erzählweise zu retten, immer in der Hoffnung, dass der Zuschauer vom Twist begeistert ist und gar nicht erst anfängt, darüber nachzudenken. Tut man das jedoch, zerfällt die Geschichte in tausend Teile.

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Details zur Serie im Überblick

Kategorie Details
Regie William Oldroyd
Drehbuch Bill Dubuque, Alice Feeney (Romanvorlage)
Besetzung Tessa Thompson (Anna), Jon Bernthal (Harper), Pablo Schreiber
Starttermin 8. Januar 2026 (Netflix)
Distributor Netflix
Laufzeit 6 Episoden (Miniserie)
FSK ab 16 Jahren

Fazit: Unterhaltung für Fans von Harlan Coben und Sebastian Fitzek
Oberflächlich spannend, aber letztlich reichlich uninspiriert und so zusammengestoppelt, dass jedwede Logik über Bord gehen muss. HIS & HERS könnte all jenen gefallen, die auch die Verfilmungen der Romane von Harlan Coben oder Sebastian Fitzek mögen.
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