Power Ballad Filmkritik: Ein Song kann alles verändern

Unser Urteil: Warmherziges Wohlfühlkino für alle, die Musik lieben

Danny (Nick Jonas, links) spielt seiner Freundin Marcia (Havana Rose Liu) seine neuen Songideen vor. (c) Lionsgate
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Die Musikkomödie „Power Ballad“ startet am 25. Juni im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Paul Rudd.

John Carney hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Spezialisten für warmherziges Wohlfühlkino entwickelt, das Musik und zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt stellt. Schon ONCE erzählte von Straßenmusikern in Dublin, während SING STREET eine Teenagerband in den 1980er Jahren begleitete. Auch BEGIN AGAIN zeigte Carneys große Liebe zur Musik, diesmal allerdings in New York. Mit POWER BALLAD bleibt er seiner Linie treu und widmet sich erneut der Frage, was Musik eigentlich bedeutet – als Kunstform, als Leidenschaft und als Ware.

Peter McDonald as Sandy and Paul Rudd as Rick in Power Ballad. Photo Credit: Courtesy of Lionsgate

‚Power Ballad‘: Zur Handlung – Wem gehört die Kunst?

Im Zentrum steht Rick, ein Amerikaner, der seit vielen Jahren in Irland lebt. Aus den großen musikalischen Träumen seiner Jugend ist wenig geworden. Stattdessen singt er inzwischen in einer Hochzeitsband und führt ein ruhiges Familienleben. Bei einem Auftritt lernt er den ehemaligen Boyband-Star Danny Wilson kennen, der nun solo Karriere macht. Zwischen beiden entsteht schnell eine Verbindung, sie musizieren gemeinsam, und Rick spielt Danny einen alten Song vor, den er nie vollendet hat. Monate später hört Rick denselben Song plötzlich wieder – nun allerdings als weltweiten Hit mit Danny Wilson als Sänger.

‚Power Ballad‘: Eine Kritik – Ein modernes Märchen mit Tiefgang

Von diesem Moment an entwickelt sich POWER BALLAD zu einer Geschichte über kreative Aneignung, verletzten Stolz und verlorene Träume. Die Inspiration durch die Diskussionen um Robbie Williams’ „Angels“ ist dabei kaum zu übersehen. Wirklich überraschend verläuft die Handlung allerdings nie. Schon früh ist klar, wohin die Geschichte führen wird. Dass Rick und sein Freund Sandy vergleichsweise problemlos Zugang zu einem internationalen Popstar erhalten, wirkt zudem ziemlich unrealistisch. Doch Carney interessiert sich ohnehin weniger für Glaubwürdigkeit als für die emotionale Wahrheit seiner Figuren.
Der Film funktioniert deshalb am besten als modernes Märchen über Musik und Leidenschaft. Es geht weniger um den Musikbetrieb selbst als um die Frage, warum Menschen überhaupt Musik machen. Ruhm und Geld verlieren zunehmend an Bedeutung. Rick möchte am Ende vor allem die Bestätigung, dass ihm tatsächlich etwas genommen wurde.

Besonders stark ist dabei Peter McDonald, der nicht nur am Drehbuch mitschrieb, sondern als Ricks Freund Sandy auch für viele der humorvollsten Momente sorgt. Sein trockener Charme verleiht dem Film Leichtigkeit.

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Fazit

Wohlfühlkino in Perfektion
Natürlich steuert POWER BALLAD auf ein Happy End zu. Überraschend ist das nicht, aber genau darin liegt auch die Stärke des Films. Carney erzählt erneut eine warmherzige Geschichte voller Musik, Humor und Optimismus. Vielleicht ist der Film nie aufregend oder originell, aber er fühlt sich angenehm vertraut an – wie eine gemütliche Decke an einem verregneten Abend.
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