Der Film „Her Private Hell“ startet am 12. November im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Nicolas Winding Refn.
Vor zehn Jahren kam Nicolas Winding Refns letzter Film in die Kinos, THE NEON DEMON wurde damals aber nur sehr durchwachsen aufgenommen. Vielleicht auch deswegen suchte der Regisseur sein Heil in den Streaming-Serien TOO OLD TO DIE YOUNG und COPENHAGEN COWBOY. Nun wagt er sich wieder ins Kino, mit einem Film, den er selbst sicher als bahnbrechend, wenn nicht gar als Meisterwerk ansieht. Denn schon früher agierte er in Hinblick auf die „Bedeutung“ seines Werks recht arrogant. HER PRIVATE HELL ist aber garantiert nicht der Film, der das Publikum sein „Genie“ erkennen lassen wird.

Her Private Hell: Zur Handlung – Ein Mörder im Neonnebel
In einer futuristischen, von Neonlicht und dichtem Nebel geprägten Stadt kehrt die junge Schauspielerin Elle (Sophie Thatcher) ins Tower Hotel zurück. Dort trifft sie ihre neue Filmpartnerin Hunter (Kristine Frøseth) und die ungeliebte Stiefmutter Dominique (Havana Rose Liu). Bei einer Anprobe hört Elle von der Legende des „Leatherman“, eines mörderischen Geistes, der mit dem Nebel erscheint. Gleichzeitig sucht Private K (Charles Melton) in der Unterwelt nach seiner entführten Tochter.
Her Private Hell: Eine Kritik – Zweistündiger Videoclip ohne Substanz
Die Inhaltsangabe klingt einigermaßen schlüssig, nicht? Man könnte einen durchaus nicht uninteressanten Film erwarten. Das Problem ist nur: Diese Geschichte ist beim Betrachten des Films kaum erkennbar. Im Grunde gar nicht. Es wirkt eher so, als hätte Nicolas Winding Refn versucht, einen zweistündigen Musikclip zu machen, untermalt aber nicht von rockigen Klängen, sondern von einem Score, der an Hitchcocks Filme erinnert. Von der Spannung, die dieser Master of Suspense in seinen Filmen erzeugte, ist HER PRIVATE HELL aber meilenweit entfernt.
Der Film sieht wunderschön aus, die Bilder, die der Regisseur heraufbeschwört, sind fast schon Gemälde. Oder Stillleben? Denn in etwa so fühlt sich sein Film an. Ohne Substanz, inhaltsleer, aber dafür sehr bedeutungsschwanger, vor allem jedoch unglaublich langatmig erzählt. Das Ansehen von HER PRIVATE HELL ist eine Geduldsprobe.
Nicolas Winding Refn schrieb das Drehbuch während der Dreharbeiten täglich um und änderte sogar mitten in der Produktion das Ende des Films, ohne Darsteller oder Crew darüber zu informieren. Refn zufolge wusste über weite Strecken der Dreharbeiten nur er selbst, wie der Film enden würde. Auf diese Weise wollte er am Set ein Gefühl von Neugier und Unvorhersehbarkeit bewahren. Beim Zuschauer erzeugt er es nicht.
Tipp: Weitere Filmkritiken findest du hier




