Große Nachrichten für Horror-Enthusiasten und Cineasten in Deutschland: Nach fast vier Jahrzehnten harter Zensur, Indizierung und strafrechtlicher Beschlagnahme kehrt George A. Romeros Kult-Klassiker „Zombie 2 – Day of the Dead“ völlig ungeschnitten auf die Leinwand zurück. Im Verleih von UCM.ONE und in Zusammenarbeit mit Cinestrange Extreme sowie M-Square Pictures feiert das Meisterwerk am 29. Oktober 2026 seine historische Premiere in restauriertem 4K.
Damit findet eine der spektakulärsten und langwierigsten Zensur-Odysseen der deutschen Filmgeschichte ein hochoffizielles und legales Ende – pünktlich zum Gruselfest an Halloween.

Erbarmungsloser Überlebenskampf im Florida-Bunker
In einer von Untoten beherrschten Welt hat sich die menschliche Zivilisation weitgehend aufgelöst. In einem unterirdischen Bunker im US-Bundesstaat Florida verbarrikadiert sich eine kleine Gruppe Überlebender, bestehend aus Wissenschaftlern und Soldaten. Während der Kontakt zur Außenwelt abgebrochen ist und die Vorräte drastisch schrumpfen, prallen innerhalb des Bunkers zwei unversöhnliche Weltanschauungen aufeinander.
Auf der einen Seite steht das Wissenschaftsteam um Dr. Sarah Bowman (Lori Cardille) und den exzentrischen Dr. Logan (Richard Liberty). Logan vertritt die steile These, dass die Untoten durch Konditionierung gezähmt und domestiziert werden können. Als lebender Beweis dient ihm der Zombie „Bub“ (Howard Sherman), der Anzeichen von Empathie und Erinnerungen zeigt.
Ihnen gegenüber stehen die Soldaten unter der Führung des autoritären, zunehmend paranoiden Captain Rhodes (Joseph Pilato). Rhodes verachtet die Experimente der Forscher zutiefst und fordert die sofortige Vernichtung aller eingefangenen Subjekte. Als Rhodes entdeckt, dass Dr. Logan für seine Forschung die Leichen gefallener Kameraden missbraucht, beginnt ein gnadenloser Macht- und Überlebenskampf.
Fast 40 Jahre im Visier der Justiz: Die Zensurgeschichte von „Zombie 2“
Kaum ein Film litt unter der deutschen Jugendschutz- und Strafjustizpraxis der 1980er- und 1990er-Jahre so extrem wie Romeros dritter Zombie-Streich. 1987 kam das Werk unter dem Verleihtitel „Zombie 2 – Das letzte Kapitel“ in die Kinos, allerdings nur in einer stark gekürzten Fassung. Die ungekürzte Version erhielt keine FSK-Freigabe.
Auf VHS folgten weitere Beschneidungen, doch selbst diese wurden kurz darauf nach § 131 StGB wegen angeblicher Gewaltverherrlichung bundesweit beschlagnahmt. Über Jahrzehnte war die unzensierte Version in Deutschland faktisch verboten. Sämtliche frei verkäuflichen DVD- und Blu-ray-Fassungen blieben bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
Für einen skurrilen Eklat sorgte der Kulturkanal arte im Januar 2022: Der Sender strahlte versehentlich die ungekürzte Fassung im Spätprogramm und in der Mediathek aus. Da der Film in Frankreich bereits ab 12 Jahren freigegeben war, verhedderte sich die Redaktion im internationalen Schnittwirrwarr. Die deutsche Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen ein, die jedoch eingestellt wurden, da die Ausstrahlung über die Straßburger Zentrale lief.
Anfang 2026 folgte schließlich die ersehnte rechtliche Kehrtwende: Sämtliche Beschlagnahmen wurden gerichtlich aufgehoben, die Indizierung gestrichen und die FSK erteilte der ungeschnittenen Originalfassung die Altersfreigabe „Keine Jugendfreigabe“ (ab 18 Jahren).
Das Fundament des modernen Horrorkinos
Mit „Day of the Dead“ schloss George A. Romero 1985 seine ursprüngliche „Dead“-Trilogie ab, nachdem er mit „Night of the Living Dead“ (1968, Vietnam- und Rassenkonflikte) und „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978, Konsumkritik) Genre-Geschichte geschrieben hatte.
In den 2000er-Jahren erweiterte Romero seine Saga um drei weitere Kapitel: „Land of the Dead“ (2005, Klassengesellschaft), „Diary of the Dead“ (2007, Medienkritik) und „Survival of the Dead“ (2009, Feudalfehden). Durch alle sechs Filme zieht sich Romeros zentrale Prämisse: Die Zombies sind nie die eigentliche Hauptbedrohung – es ist stets die Unfähigkeit der Menschen, ihre eigenen Egoismen und Konflikte zu überwinden, um gemeinsam zu überleben.
Kinotrailer (Deutsch, FSK 12)
Filmfakten zu „Zombie 2 – Day of the Dead“
| Eigenschaft | Details |
| Filmtitel | Zombie 2 – Day of the Dead (Originaltitel: Day of the Dead) |
| Deutscher Kinotitel (1987) | Zombie 2 – Das letzte Kapitel |
| Regie & Drehbuch | George A. Romero |
| Besetzung | Lori Cardille (Dr. Sarah Bowman), Terry Alexander (John), Joseph Pilato (Captain Rhodes),
Richard Liberty (Dr. Logan), Howard Sherman (Bub), Jarlath Conroy, Anthony Dileo Jr. |
| Produktion | Laurel Entertainment Inc. (Richard P. Rubinstein, David Ball, Ed Lammi, Salah M. Hassanein) |
| Kamera & Musik | Michael Gornick (Kamera), John Harrison (Musik) |
| Spezialeffekte & Make-up | Tom Savini |
| Kinostart (4K Uncut Event) | 29. Oktober 2026 |
| Verleih & Label | UCM.ONE / Cinestrange Extreme in Zusammenarbeit mit M-Square Pictures |
| Booking & Billing | 24 Bilder |
| Laufzeit / Format | 101 Minuten / 1,85:1 / Stereo 2.0 / 24 fps |
| FSK | Ab 18 Jahren (ungeschnitten) |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Warum war „Zombie 2 – Day of the Dead“ in Deutschland so lange verboten?
Der Film wurde kurz nach seiner Veröffentlichung wegen angeblicher Gewaltverherrlichung nach § 131 StGB gerichtlich beschlagnahmt und indiziert. Erst Anfang 2026 wurden alle Beschlagnahmen aufgehoben und die Indizierung gestrichen.
Ist die Kinofassung am 29. Oktober 2026 wirklich ungeschnitten?
Ja, die FSK hat die ungekürzte Originalfassung im Jahr 2026 neu geprüft und ohne Kürzungen mit „Keine Jugendfreigabe“ (ab 18 Jahren) freigegeben.
Welche Bedeutung hat der Zombie „Bub“ in Romeros Filmreihe?
Mit der Figur des „Bub“ (gespielt von Howard Sherman) führte Romero erstmals die Idee ein, dass Untote ein eigenes Bewusstsein entwickeln, sich an ihr früheres Leben erinnern und sogar Empathie empfinden können.
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