Coyote vs. ACME Filmkritik: Aus dem Warner-Giftschrank direkt ins Kino-Herz

Unser Urteil: Einer der besten Animation-Realfilm-Mixe seit 'Roger Rabbit'! Wile E. Coyote verklagt ACME und liefert feinsten Slapstick, klugen Meta-Humor und tolle Auftritte von Will Forte und John Cena.

Coyote vs ACME (c) Warner Bros/Ketchup Entertainment
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Der Real/Zeichentrickfilm-Mix „Coyote vs. ACME“ startet am 17. September im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit John Cena.

Manchmal bekommen totgesagte Filme doch noch eine zweite Chance. COYOTE VS. ACME gehörte zu jenen Produktionen, die Warner Bros. Discovery eigentlich im Giftschrank verschwinden lassen wollte. Nach BATGIRL und SCOOB! HOLIDAY HAUNT sollte auch die bereits fertiggestellte Looney-Tunes-Komödie aus steuerlichen Gründen nicht mehr veröffentlicht werden. Doch diesmal kam es anders: Ketchup Entertainment übernahm die weltweiten Verwertungsrechte und bringt den Film nun doch ins Kino. Das ist ein Glücksfall, denn COYOTE VS. ACME ist nicht nur ausgesprochen gelungen, sondern hätte mit einer großen Marketingkampagne durchaus das Zeug zum Hit gehabt.

Coyote vs ACME (c) Warner Bros/Ketchup Entertainment

Coyote vs. ACME: Zur Handlung – Der Kojote zieht vor Gericht

Wile E. Coyote versucht seit einer gefühlten Ewigkeit, den Road Runner zu erwischen. Seine bevorzugten Hilfsmittel stammen von ACME, funktionieren allerdings grundsätzlich anders als vorgesehen und sorgen meistens dafür, dass der Kojote selbst in die Luft fliegt, von Felsen zerquetscht wird oder eine Schlucht hinunterstürzt. Irgendwann reicht es ihm. Gemeinsam mit einem Anwalt zieht er gegen ACME vor Gericht. Der würde die Angelegenheit gerne mit einem schnellen Vergleich erledigen, doch Wile E. Coyote und dessen engagierte junge Kollegin wollen den Konzern tatsächlich zur Verantwortung ziehen.

Coyote vs ACME (c) Warner Bros/Ketchup Entertainment

Coyote vs. ACME: Eine Kritik – Roger Rabbit trifft auf moderne Konzern-Satire

COYOTE VS. ACME ist einer der besten Versuche seit FALSCHES SPIEL MIT ROGER RABBIT, Zeichentrickfiguren und reale Schauspieler in einer gemeinsamen Welt unterzubringen. Dabei lässt es sich der Film natürlich nicht nehmen, zahlreiche Looney Tunes vorbeischauen zu lassen. Bugs Bunny, Daffy Duck und Elmer Fudd sind dabei, während ein herrlicher Auftritt von Pepe Le Pew mit dessen inzwischen etwas problematischem Ruf spielt. Schließlich kann man sein penetrantes Werben heute durchaus anders interpretieren als noch vor einigen Jahrzehnten.

Will Forte und Lana Condor bilden das menschliche Duo, während John Cena als ACME-Anwalt die Gegenseite vertritt. Alle drei verstehen, dass man in einem solchen Film nicht versuchen sollte, die Cartoons zu übertrumpfen. Trotzdem werden sie von ihnen nicht an die Wand gespielt. Das ist wichtig, denn natürlich sind Wile E. Coyote und seine Kollegen die eigentlichen Stars.

Der Humor funktioniert dabei auf mehreren Ebenen. Kinder bekommen reichlich Slapstick, ältere Zuschauer entdecken unzählige Anspielungen und nostalgische Verweise. Dazu kommt eine Metaebene, die während der Produktion noch gar nicht beabsichtigt gewesen sein kann. Ein kleiner Kojote kämpft gegen einen übermächtigen Konzern, während der Film selbst von einem Großkonzern aussortiert wurde und sich nun doch zurück ins Kino gekämpft hat. Schöner hätte man es kaum schreiben können.

Auch technisch überzeugt das Zusammenspiel zwischen Animation und Realfilm. Dazu gibt es ständig kleine Gags im Vorder- und Hintergrund zu entdecken. Vor allem aber versteht COYOTE VS. ACME seine Figuren und bleibt ihrem Wesen treu, ohne lediglich alte Cartoons zu reproduzieren.

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Fazit: Warner-Ausschuss entpuppt sich als echter Kinoschatz
Warner hätte hier tatsächlich einen großen Publikumserfolg haben können. Nun dürfen andere Verleiher davon profitieren – hierzulande Capelight Pictures. Manchmal liegt das Gold eben genau dort, wo jemand anderes es wegwerfen wollte.
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