Warfare – Vom Civil War zum Krieg in Irak (Filmkritik)

Der Kriegsfilm „Warfare“ startet am 17. April im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Alex Garland.

(c) Leonine / A24
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Während der Dreharbeiten von CIVIL WAR war Autor und Regisseur Alex Garland von den Erzählungen des militärischen Beraters Ray Mendoza beeindruckt. Sie entwickelten die Idee, auf Basis seiner Erlebnisse eines Einsatzes im Irak im Jahr 2006 einen Film zusammen zu drehen. Das Ergebnis zeigt intensiv, wie es im Kriegsgebiet ist.

Warfare – Zur Handlung

Eine Einheit bezieht in Bagdad Position in einem Haus. Aber das bleibt nicht unbemerkt. Feindliche Kräfte gruppieren sich um das Haus. Es kommt zum Angriff. Einige Amerikaner werden verletzt, als die Evakuierung eines Verwundeten zum Desaster wird. Die Soldaten müssen sich zurückziehen, doch dafür brauchen sie Unterstützung.

(c) Leonine / A24

Warfare – Eine Kritik

Man muss bei WARFARE unwillkürlich an Ridley Scotts BLACK HAWK DOWN denken. Nur hat dieser Film den Figuren ein wenig mehr Entwicklung eingeräumt und das Geschehen über verschiedene Schauplätze größer aufgezogen. Bei WARFARE spielt sich fast alles in und um ein Haus herum ab. Die Figuren werden nicht entwickelt, man weiß nichts über ihr Vorleben oder darüber, wer sie sind. Man erkennt sie nur als Teil dieser Einheit. Das ist ein Problem. Weil man emotional nicht involviert ist. Wer stirbt, wer überlebt, ist für den Zuschauer nicht wirklich relevant.

Dafür ist der Film mit seinem dokumentarerzählerischen Ansatz so gut gemacht, dass man sich als Teil der Einheit wähnt. Ein Gefühl der Bedrohung von außen ist immer da, als es zum Gefecht kommt, kommt ein desorientierender Effekt dazu. Garland und Mendoza setzen da auf eine Soundtechnik wie bei CIVIL WAR. Erst ist es laut, dann ganz still. Ohrenbetäubend – für die Protagonisten, ebenso wie für das Publikum.

WARFARE erscheint extrem realistisch. In der Art, wie die Soldaten funktionieren und agieren, aber auch im Umgang miteinander und der Situation. Immer wieder gibt es zudem den Blick von oben auf das gesamte Areal, was die Einordnung leichter macht.

Der Film verzichtet auf Musik – nur während des Abspanns gibt es sie. Auch das trägt zur authentischen Wirkung bei. Wer wissen will, wie es ist, sich in einem Gefecht zu befinden, kommt mit diesem Film der wahren Erfahrung wohl am nächsten.

Warfare – Vom Civil War zum Krieg in Irak (Filmkritik)
Fazit
Intensiver, auf wenige Figuren und eine Location fokussierter Film, dessen erzählerischer Ansatz im Grunde nur daraus besteht, zu zeigen, wie sich eine Gefechtssituation aufschaukelt und wie sie aufgelöst wird – mit Verwundeten und einer dringend benötigten Evakuierung.
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