Der Animationsfilm „Toy Story 5“ startet am 23. Juli im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film.
Dass man bei Pixar einen Erfolg nicht unbedingt melkt, aber dennoch immer mal wieder gerne eine Fortsetzung nachreicht, ist nicht ungewöhnlich, insbesondere bei TOY STORY, mit dem für die Firma der Siegeszug begann. 31 Jahre nach dem ersten Teil muss man aber sagen: Die Luft ist raus.

Toy Story 5: Zur Handlung – Tablets gegen Filz und Plastik
Die kleine Bonnie hat keine Freunde, weswegen ihre Eltern ihr ein Lilypad schenken, mit dem sie sich mit anderen verbinden kann und so doch noch zu Freunden kommt, auch wenn die dann alle im Zimmer rumhängen und jeder auf sein Tablet starrt. Die Cowboy-Dame Jessie fürchtet ebenso wie die anderen Spielzeuge, dass die Technologie ihr den Rang abläuft. Das haben sie alle schon bei anderen Kindern beobachtet, aber nun wollen sie alles daransetzen, Bonnie daran zu erinnern, worauf es beim Spielen wirklich ankommt.
Derweil ist ein ganzer Schwung von Buzz-Lightyear-Figuren, die in einem Container gelagert wurden, der von einem Schiff fiel und auf einer Insel strandete, unterwegs, um ihrer Bestimmung zu folgen: Sie suchen Star Command.
Toy Story 5: Eine Kritik – Predigende Technologiekritik statt kreativer Nostalgie
Die eigentlich interessantere der beiden Geschichten dieses Films, die irgendwann zueinander finden, ist die um die Buzz-Lightyear-Figuren. Weil diese Figuren gar nicht wissen, was sie sind. Nie hat ein Kind mit ihnen gespielt, weswegen sie dem folgen, was sie kennen, und das ist der Star-Command-Background der Actionfigur. Das ist ein cooler Anfang für den Film, dann wechselt er aber die Perspektive und wird zu etwas, das man problemlos als predigend bezeichnen könnte.
Dass gerade von einer Firma, die die Handzeichnungen von Zeichentrickfilmen durch technologische Entwicklung ersetzt hat, ein derart technologiefeindlicher Film kommt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Damit wirkt TOY STORY 5 aber im Grunde so altmodisch wie das Spielzeug, um das es geht. Denn was ist denn die Alternative? Sollen Kinder nie erwachsen werden, sollen sie ewig mit Kleinkind-Spielzeug spielen? Das will der Film irgendwie vorgaukeln und zeichnet die Kids, die vor dem Tablet hängen, als Zeichen einer Albtraumvision. Natürlich sollten Kinder nicht zu früh mit solcher Technologie in Kontakt kommen, aber: Irgendwann müssen sie es. Weil die Welt heute eben eine andere ist als 1995.
War damals die Cowboy-Figur des Woody veraltet und wurde in der Beliebtheit durch den Sci-Fi-Helden Buzz Lightyear ersetzt, so ist es nun das Spielzeug selbst, das von einer technologischen Weiterentwicklung aufs Altengleis geschoben wird. TOY STORY 5 wirkt damit irgendwie aus der Zeit gefallen. Vielleicht hätte man drei Jahrzehnte nach dem Originalfilm auch davon erzählen können, wie Spielzeug in Männerhand zum Sammlerobjekt wird, mit dem nicht nur Nostalgie bedient, sondern auch ein Stück Kindheit zurückgeholt wird. Das hätte gerade in heutiger Zeit prägnanter sein können.
Mehr Informationen & Details zum Film: Toy Story 5 – Film (2026)



