‚The Chronology of Water‘ Filmkritik: Arthaus um des Arthauses willen – Kristen Stewarts düsteres Regiedebüt

Unser Urteil: Kühnes Experiment, das am eigenen Anspruch scheitert – Imogen Poots in einer elegischen Tour de Force

(c) The Forge
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Das Drama „The Chronology of Water“ startet am 5. März im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Regiedebüt von Kristen Stewart.

Für ihr Regiedebüt hat sich Kristen Stewart keinen leichten Stoff ausgesucht. Sie adaptiert die Memoiren der Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, das aber auf eine Art, die sehr unzugänglich ist. Dies ist Arthaus-Kino, das vom eigenen Anspruch trunken ist und sich in einer experimentellen Erzählweise ergeht.

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‚The Chronology of Water‘: Zur Handlung – Ein Leben in Fragmenten

Lida wird von ihrem Vater missbraucht und misshandelt. Als Teenager kann sich das Schwimmtalent von ihm lösen und geht nach Texas. Sie heiratet, sie wird schwanger, sie verliert ihr Kind, sie nimmt Drogen, sie versucht zu schreiben, sie findet ihren Weg – mehr oder minder.

Ihr Lebensweg wird dabei fragmentarisch dargestellt – bei Lücken muss das Publikum selbst Gedankenarbeit leisten, um sie zu schließen.

‚The Chronology of Water‘: Eine Kritik – Ein Depressivum auf der Leinwand

In den ersten Minuten ist THE CHRONOLOGY OF WATER durchaus noch ansprechend. Schnelle Schnitte zwischen gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen Momenten werden getragen von Imogen Poots‘ zerbrechlicher, von immensem Schmerz gezeichneter Stimme. Man merkt schon: Leichte Unterhaltung wird das nicht. Das ist in gewisser Weise kühn. Kristen Stewart, die auch das Drehbuch geschrieben hat, macht es weder sich, ihrer Hauptdarstellerin noch dem Publikum leicht. Aber gerade letzteres verliert sie auf dem Weg.

Weil die Kommentare aus dem Off oftmals bedeutungsschwanger, aber inhaltlich leer sind, weil sie auf Schock ausgerichtet sind, aber sich der Effekt mit jeder Minute mehr abnutzt. Und gerade von diesen Minuten gibt es viele. Mehr als zwei Stunden erzählt Stewart die Geschichte dieser Frau, die fast frei von jeder Freude ist. So freudlos ist auch der Film, ihm fehlt ein ausgleichendes Element, er ist ein Depressivum, aber warum sollte man sich ein solches ansehen?

Poots spielt gut, als Teenager – und das ist sie am Anfang des Films eine ganze Weile – ist die Mittdreißigerin aber nur sehr bedingt überzeugend.

Film-Fakten

Kategorie Details
Regie Kristen Stewart
Drehbuch Kristen Stewart, Lidia Yuknavitch (Vorlage)
Besetzung Imogen Poots, Thandiwe Newton, Jim Sturgess
Starttermin 5. März 2026 (Kino)
Distributor MUBI / Arthaus
Laufzeit 124 Minuten
FSK ab 16 Jahren
Fazit: Nur für hartgesottene Arthaus-Enthusiasten
Der Film ergeht sich in seiner Elegie, in seiner Tristesse und nicht zuletzt in seinen Bildern und dem Schnitt, der experimentierfreudig, aber auch wenig erquicklich ist.
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