‚Pillion‘ Filmkritik: Alexander Skarsgård und Harry Melling im radikalen BDSM-Drama

Unser Urteil: Ein ungeschönter Blick in fremde Welten – Intensiv, schockierend und brillant gespielt

Pillion Filmszene (c) Weltkino Filmverleih
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Das Drama „Pillion“ startet am 26. März im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Alexander Skarsgård.

Ein leichter Film ist PILLION nicht. Er erzählt von einer Beziehungsdynamik, die den meisten Zuschauern fremd sein wird. Das macht es schwer, sich darauf einzulassen, ändert aber nichts daran, dass der Film nachdenklich macht.

Pillion Filmszene (c) Weltkino Filmverleih

‚Pillion‘: Zur Handlung – Zwischen Hingabe und Dominanz

Als der sehr männliche Ray, der Teil eines Biker-Clubs ist, und der schüchterne Colin, sich kennen lernen, ist es erst ein fast unscheinbares Aufeinandertreffen, dann Sex in einer dunklen Gasse. Schon hier wird klar, wer der dominante und wer der devote Part in dieser Beziehung ist, was sich noch steigert, als Colin bei Ray einzieht.

Sie leben die 24/7-Beziehung eines Herrn und seines Untergebenen. Ein Leben, in dem Colin aufgeht, bei dem er sich aber auch fragt, ob es nicht noch mehr geben könnte.

‚Pillion‘: Eine Kritik – Herausforderndes Kino mit britischem Biss

PILLION macht es dem Zuschauer nicht leicht, weil es andere Erfahrungswelten sind, in die die Geschichte eintaucht. Es ist eine Beziehung, die fast nicht als solche zu erkennen ist, in der Zärtlichkeit und Nähe kaum vorkommen. Allerdings gibt es die Momente, in denen sie vorkommen, zumeist auf ihre ganz eigene Art. Daraus ergibt sich ein Kontrast, weil Colin sich mehr davon wünscht, wenn auch immer noch wenig, Ray aber in seinen Wegen festgefahren ist – und sie, das vermuten wir nicht nur als Zuschauer, nur für einen Preis verlassen kann, den am Ende letztlich beide bezahlen.

Darüber hinaus gibt es fast schon typisch britischen Humor, der aus der Situation geboren wird – das Ringen im Wohnzimmer oder das Essen bei Colins Eltern. Szenen, die nicht so verlaufen, wie man das erwarten würde.

Dennoch: Der Film ist unnahbar, die Figuren sind es, obwohl hervorragend gespielt von Alexander Skarsgård und Harry Melling. Was der Film nicht versucht: Ein Diskurs darüber zu sein, wie das Machtgefälle in einer Beziehung ist oder wie es missbraucht werden könnte, weil es darum in PILLION gar nicht geht. Hier begeben sich zwei Menschen in eine Beziehung, die den meisten unfassbar erscheint, die aber nur illustriert, dass jeder nach irgendetwas im Leben sucht – und andere müssen es nicht verstehen, so wie Colins Eltern.

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Fazit: Nichts für schwache Nerven, aber ein Gewinn für Cineasten
Ein sehr guter Film mit überzeugenden Hauptdarstellern. Manche Bilder mögen schockierend sein (wobei Regisseur Harry Lighton sagte, dass er noch weit schockierendere Bilder herausgeschnitten hat), aber dennoch interessant, weil der Film ein Einblick in ein wirklich fremdes Leben offeriert.
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