‚No Other Choice‘ Filmkritik: Park Chan-wooks blutige Satire auf den Arbeitsmarkt

Unser Urteil: Erstklassiges Kino – Wenn die Jobsuche zum mörderischen Überlebenskampf wird

NO OTHER CHOICE (c) 2025 NEON
4

Der Thriller „No Other Choice“ startet am 5. Februar im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Park Chan-wook.

Enttäuscht hat Regisseur Park Chan-wook mit seinen Filmen noch nie – auch NO OTHER CHOICE ist erstklassiges Kino, bei dem die Laufzeit von 139 Minuten niemals zu lang erscheint, sondern genau richtig. Es ist ein wilder Mix, den der Regisseur hier liefert. Einer, der Drama mit Thriller, Komödie mit Anspruch und Tiefgang mit Satire vermengt. Ein bissweilen bitterböser Film über die Arbeitswelt.

‚No Other Choice‘: Zur Handlung – Töten für den Traumjob

Man-su arbeitet seit über 20 Jahren in leitender Position in einer Papierfabrik, als er entlassen wird. Anfangs denkt er noch, schnell einen neuen Job zu finden, doch in seiner Branche gibt es kaum Angebote und sehr viel Konkurrenz. Ein Posten erscheint reizvoll, aber um an den zu kommen, muss Man-su nicht nur denjenigen ausschalten, der ihn bekleidet, sondern auch die Männer, die seine ärgsten Konkurrenten um den Job sind.

Für seine Familie ist er gewillt zu tun, was notwendig ist – auch zu töten …

‚No Other Choice‘: Eine Kritik – Stilistische Brillanz trifft grimmigen Humor

Der Film versteht es, Sympathie für die Hauptfigur zu wecken, auch wenn sie letztlich zum Mörder wird – und das an gänzlich unschuldigen Menschen. Park Chan-wook stellt gut auf den Druck ab, den die Hauptfigur spürt. Weil ein Leben in der südkoreanischen Gesellschaft als Arbeitsloser nicht nur demütigend ist, sondern Man-su auch droht, alles, was ihm lieb ist, zu verlieren. Immer tiefer gehen die Einschnitte, die die Familie machen muss, weswegen ein Plan in seinem Kopf reift. Das spielt Lee Byung-Hun (SQUID GAME), der mit Park schon JSA gedreht hatte, ausgesprochen gut. Als ein Mann, der nicht tun will, was er tun muss.

Die grimmige Geschichte gleich mehrerer Morde verpackt Park in das Gewand einer schwarzen Komödie. Als Man-su erstmals versucht, jemanden zu töten, gerät das zum Fiasko, und zwar einem, bei dem man sich des Lachens kaum erwehren kann. Die Sequenz ist exzellent umgesetzt – mit einem koreanischen Schlager, der überlaut abgespielt wird, so dass die Protagonisten schreien müssen und sich kaum verstehen (im Gegensatz zum Publikum, Untertitel sei Dank).

Überhaupt ist der Film stilistisch von erlesener Schönheit. Die Bilder sind einprägsam, die Montage immer kunstvoll, insbesondere auch, wenn es zu Schnitt und Gegenschnitt, aber auch überblendenden Elementen kommt. Nicht weniger erwartet man bei einem Regisseur dieses Formats aber auch.

NO OTHER CHOICE ist grimmig, weil er das Ringen um einen Job als Kampf im Raubtiergehege zeigt, und das dann mit einem Ende garniert, das zwar oberflächlich glücklich ist, aber kaum glauben lässt, dass die Karriere des Papiermanns noch von langer Dauer sein kann.

Fazit: Ein cineastisches Highlight mit Tiefgang
Großartiger Film mit tollen Bildern, Dramatik und Humor und Satire und Tiefgang. Sehr sehenswert.
4