In der Welt der Medienmogule werden gerade die Karten völlig neu gemischt. Was lange Zeit als Duell der Giganten galt, hat nun eine überraschende Richtung eingeschlagen, die Hollywood und die Nachrichtenwelt gleichermaßen erschüttert.
Netflix zieht den Stecker: „Nicht um jeden Preis“
Es ist das Ende einer monatelangen Zitterpartie: Der Streaming-Marktführer Netflix hat offiziell angekündigt, sein Angebot für die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) nicht weiter zu erhöhen. Damit reagiert das Unternehmen auf das verbesserte Gebot von Paramount Skydance, das von Warner mittlerweile als „überlegen“ eingestuft wurde.
Die Netflix-Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters gaben sich in einem Statement gewohnt kühl und strategisch: Eine Übernahme sei zwar attraktiv gewesen, aber kein „Must-have um jeden Preis“. Stattdessen wolle man das gesparte Kapital – immerhin standen rund 83 Milliarden US-Dollar im Raum – lieber in eigene Produktionen und Aktienrückkäufe stecken.

Paramount & Skydance: Ein 110-Milliarden-Dollar-Paket
Während Netflix nur an den Filetstücken interessiert war (dem Studio- und Streaminggeschäft rund um HBO), bietet Paramount Skydance unter der Führung von David Ellison das Gesamtpaket. Mit einer Offerte von 31 US-Dollar pro Aktie und einem Gesamtvolumen von rund 110 Milliarden US-Dollar stach man Netflix aus.
Hinter David Ellison steht dessen Vater, der Oracle-Gründer und Multimilliardär Larry Ellison. Damit wandert eines der traditionsreichsten Filmstudios der Welt (Warner Bros.) sowie der Streamingdienst Max in den Besitz eines der einflussreichsten Familienclans der USA.
Die politische Dimension: Was passiert mit CNN?
Der Deal hat eine Sprengkraft, die weit über das Filmgeschäft hinausgeht. Da Paramount Skydance das gesamte WBD-Netzwerk übernimmt, fällt auch der Nachrichtensender CNN in deren Hände. Larry Ellison gilt als prominenter Unterstützer von Donald Trump. Branchenexperten spekulieren bereits heftig darüber, ob und wie sich die redaktionelle Linie von CNN unter der neuen Führung verändern könnte – ein Punkt, der Netflix vermutlich zu riskant war, da sie explizit kein Interesse am Nachrichtengeschäft hegten.
Was bedeutet das für uns Fans?
Für Film- und Serienfans bricht eine Ära der Konsolidierung an. Wenn die Übernahme durchgewunken wird, könnten die Kataloge von Paramount+ und Max (Warner) verschmelzen. Das würde eine gewaltige Bibliothek aus Star Trek, DC-Filmen, Harry Potter, Game of Thrones und den klassischen Paramount-Blockbustern unter einem Dach vereinen. Weiterhin ist diese Nachricht wohl sehr beruhigend für Fans, die Filme gern auf der großen Leinwand sehen möchten und später auch eine schöne Blu-ray im heimischen Regal der Sammlung beifügen wollen. Bei einer möglichen Übernahme von Warner durch Netflix, war (wahrscheinlich berechtigterweise) beürchtet worden, das Netflix die Kino- und physischen Heimkino-Aktivitäten von Warner in Zukunft ausblaufen lässt.
Die Fakten zum Mega-Deal im Überblick
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Zielunternehmen | Warner Bros. Discovery (WBD) |
| Käufer (Favorit) | Paramount Skydance (David Ellison) |
| Kaufpreis | ca. 110 Milliarden US-Dollar (31 $ / Aktie) |
| Ausgestiegener Bieter | Netflix |
| Wichtige Marken | HBO, Max, Warner Bros. Studios, CNN, DC Comics, Paramount+ |
| Status | Übernahmeangebot als „überlegen“ eingestuft |
| Offizielle URL | https://www.wbd.com |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist Netflix aus dem Bieterstreit ausgestiegen? Netflix wollte nur das Studio- und Streaminggeschäft kaufen, aber nicht den Nachrichtensender CNN oder die linearen TV-Sender. Das Angebot von Paramount für das gesamte Unternehmen war für die Warner-Aktionäre attraktiver.
Was ändert sich für mein Abo? Kurzfristig nichts. Langfristig ist jedoch mit einer Fusion von Paramount+ und Max zu rechnen, um eine stärkere Konkurrenz zu Netflix und Disney+ aufzubauen.
Wer ist David Ellison? David Ellison ist der Gründer von Skydance Media (Top Gun: Maverick) und der Sohn des Oracle-Milliardärs Larry Ellison. Er wird das neue Medienimperium voraussichtlich leiten.



