‚Mercy‘ Filmkritik: Wenn die KI über Leben und Tod entscheidet – Screenlife-Sci-Fi mit Chris Pratt

Unser Urteil: Spannender Echtzeit-Thriller mit vertrautem Muster – Chris Pratt kämpft gegen den Algorithmus

MERCY (c) 2025 MGM
3

Der Sci-Fi-Film „Mercy“ startet am 22. Januar im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Chris Pratt und Rebecca Ferguson.

Als Produzent hat Timur Bekmambetov den Thriller SEARCHING und den letztjährigen Sci-Fi-Film KRIEG DER WELTEN betreut, die nach demselben Muster funktionieren, wie seine neueste Regie-Arbeit MERCY. Die Handlung wird dort über Bildschirme erzählt, geradeso, als würde man als Zuschauer selbst vorm Computer sitzen. Bei MERCY ist das nicht anders, nur die Umstände sind es, weil es um das Leben von Chris Pratts Figur geht.

MERCY Filmszene (c) Sony Pictures Germany

‚Mercy‘: Zur Handlung – 90 Minuten bis zum Todesurteil

In der nahen Zukunft hat das Verbrechen überhandgenommen, weswegen das Mercy-Programm ins Leben gerufen wird. Das ist eine KI, die als Richter, Geschworene und Henker fungiert und der die Fälle vorgelegt werden, bei denen eine mehr als 80-prozentige Wahrscheinlichkeit der Schuld besteht. Die KI entscheidet anhand harter Fakten. Bisher glaubte Polizist Chris Raven an das System, jetzt sitzt er aber selbst im Stuhl des Angeklagten.

Ihm wird vorgeworfen, seine Frau umgebracht zu haben. Ihm bleiben 90 Minuten, um seine Unschuld zu beweisen, ansonsten fällt das Urteil.

‚Mercy‘: Eine Kritik – Nervenkitzel in Echtzeit, aber wenig Sci-Fi-Tiefgang

Die Grundidee ist ein wenig MINORITY REPORT und ganz viel im Stil von Filmen wie SEARCHING. Das setzt Timur Bekmambetov zumindest recht spannend um. Der Film ist wirklich solide, er hat einen stark aufspielenden Pratt, der praktisch die ganze Zeit nur an einen Stuhl gefesselt ist, eine fast keine Miene verziehende Rebecca Ferguson und ein gutes Ensemble drum herum. Darüber hinaus ist er allerdings nichts Besonderes, weil Filme dieser Art eben schon mehrmals kamen. Das Gefühl des Neuen ist weg, womit die Handlung bleibt.

Die wirkt ein wenig konstruiert, insbesondere, wenn es dann an die Auflösung geht. Aber das kann man hinnehmen, weil MERCY flott erzählt ist und durchaus Spaß macht. Nur so clever, wie er wohl sein soll, ist er nicht.

Das wirklich Spannende an dem Film ist weniger die Ermittlung selbst, sondern der Umstand, dass man glaubt, einem Fall gerecht zu werden, wenn nur noch harte Fakten zählen. Natürlich, Fakten sind gut, aber man weiß eben auch nie, ob man wirklich alle hat. Darum erscheint Pratts Figur anfangs ja auch schuldig. Weil alle Fakten dafürsprechen. Während er ermittelt, und das nur via Anrufen und Datenbanken, ändert sich dieses Bild. Die Fakten ändern sich, aus Schwarz und Weiß wird Grau. Die eigentlich spannende Frage, das Dilemma, wird hier nur angekratzt, denn wie funktioniert eine Gesellschaft, in der man einer KI die Entscheidung über Leben und Tod erlaubt, in dem Glauben, dass die Fälle, die vor ihr landen, ohnehin praktisch felsenfest sind? Aus dieser grundsätzlichen Idee hätte sich mehr herausholen lassen.

Mehr Informationen zum Film: Details, Hintergründe, FAQs & mehr

Fazit: Kurzweiliges Tech-Kino für Genre-Fans
Der fast in Echtzeit erzählte Film ist unterhaltsam, hat interessante Wendungen und ist durchaus spannend. Das Ziel war nie, einen wirklich intellektuellen Sci-Fi-Film zu machen, auch wenn im Kern der Geschichte von MERCY ein solcher steckt.
3