‚Kacken an der Havel‘ Serienkritik: Skurriler Dorf-Wahnsinn mit Raps & Enten auf Netflix

Unser Urteil: Herrlich absurd, unangepasst und mutig – Die Comedy-Überraschung des Jahres

Netflix-Serie: Kacken an der Havel (c) Netflix
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Die Comedy-Serie „Kacken an der Havel“ startet am 26. Februar bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie.

Dimitrij Schaad kennt man als Kumpel des Kängurus in den beiden Verfilmungen der Romane von Marc-Uwe Kling. Einen ähnlichen Humor präsentiert er zusammen mit seinem Bruder Alex in der Serie KACKEN AN DER HAVEL, in der er auch eine der Hauptrollen übernommen hat.Im Mittelpunkt steht nicht nur ein gescheiterter Musiker, sondern auch ein Kaff, das einen erquicklichen Namen hat: Kacken.

Neue Netflix-Serie: Kacken an der Havel (c) Netflix

‚Kacken an der Havel‘: Zur Handlung – Rap-Träume und Enten-Rettung

Seit Toni (Anton Schneider aka Fatoni) denken konnte, wollte er nichts anderes, als sein Heimatdorf Kacken (an der Havel) zu verlassen und großer Rapper zu werden. Aber auch nach 18 Jahren Berlin lässt die Karriere auf sich warten und Toni verdient sein Geld als Pizzabäcker. Bis sein Leben auf den Kopf gestellt wird, als seine Mutter bei der Rettung einer Ente stirbt und Toni zurück nach Kacken muss. Er bekommt unverhofft die Karrierechance seines Lebens, während er sich mit seinem jüngeren Stiefvater Johnny Carrera (Dimitrij Schaad), der sprechenden Babyente Tupac und den anderen eigenwilligen Dorfbewohnern herumschlagen muss.

Und plötzlich steht auch noch sein 13-jähriger Sohn Charly (Sky Arndt) vor ihm, von dem er nie etwas wusste …

‚Kacken an der Havel‘: Eine Kritik – Jella Haase und eine böse Veronica Ferres

Die Serie mit den gut halbstündigen Episoden ist herrlich unangepasst. Das fängt schon mit der Erzählerin an – gesprochen von Jella Haase. Denn im Verlauf der Geschichte erfährt man, wer die Erzählerin wirklich ist.

Aber auch die Familie der Hauptfigur ist herrlich überzogen. Seien es der jüngere Stiefvater, der gerne glückliche Familie spielen will, die Schwester, die als einzige Polizistin im Ort mal einen richtigen Kriminalfall lösen will oder sein Sohn Charly, der sich in seine Cousine verliebt hat. Als er das tat, wusste er aber noch nicht, dass sie seine Cousine ist.

Schon der Anfang ist herrlich, als Tonis Mutter zur Enten-Rettung schreitet und so stirbt, wie sie sich das immer gewünscht hat: Beim Retten einer Ente vom Baum gefallen. Da das aber nicht tödlich ist, braucht es hier auch noch einen Blitzschlag!

Erstaunlich selbstironisch zeigt sich Veronica Ferres, die hier sich selbst und zugleich die Bürgermeisterin von Kacken spielt. Außerdem ist sie so etwas wie die messianische Lichtgestalt des Ortes, zugleich aber auch schurkisch (mit wunderbarem Schurken-Lachen!).

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Ein Riesenspaß für Fans von schrägem Humor.
Die Besetzung ist durch die Bank gut, amüsant sind auch immer die Passagen der Erzählerin, die humoristisch überhöht, was man gerade sieht. KACKEN AN DER HAVEL ist eine Überraschung, eine unerwartet gute, deutsche Serie, deren Humor wunderbar unangepasst, eigen und hochgradig absurd ist. Ja, im Verlauf der Episoden ist nicht alles geradlinig, ein bisschen Leerlauf gibt es auch, aber den laden die beiden Schaads mit reichlich amüsanten Ideen und Überraschungen auf. Diese Serie macht einfach Spaß!
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