Der Katastrophenfilm „Greenland 2“ startet am 8. Januar im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Gerard Butler.
Fünf Jahre nach dem ersten Teil hätte man eine Fortsetzung kaum erwartet – und das nicht nur wegen der verstrichenen Zeit. Katastrophenfilme tragen meist etwas Endgültiges in sich: Die Katastrophe geschieht, die Welt verändert sich unwiderruflich, und danach ist eigentlich alles erzählt. GREENLAND 2 versucht dennoch, die Geschichte fortzusetzen, und greift dafür zu einer ganzen Reihe zunehmend hanebüchener Ideen.

‚Greenland 2‘: Zur Handlung – Die Flucht aus dem Bunker
Seit fünf Jahren leben John und seine Familie in einem Bunker in Grönland. Der Großteil der Erde ist zerstört, Strahlenstürme und Erdbeben bestimmen den Alltag. Gerüchte besagen jedoch, dass im Hauptkrater des Meteoriteneinschlags in Südfrankreich wieder Leben möglich sein könnte. Ob man diese Hoffnung ernst nehmen sollte, bleibt offen – doch das Schicksal nimmt der Familie die Entscheidung ab. Sie müssen den Bunker verlassen und sich auf den Weg nach Europa machen.
Dort erwartet sie allerdings kein Neuanfang, sondern Chaos. Unter den wenigen verbliebenen Menschen herrscht Bürgerkrieg.
‚Greenland 2‘: Eine Kritik – Action hui, Logik pfui
Eine Ost-Koalition bekämpft eine Westliche Allianz – Zusammenschlüsse, über die der Film kein Wort verliert. Weder wird erklärt, wer diese Parteien sind, noch, warum sie kämpfen oder woher nach Jahren globaler Verwüstung noch Munition und militärische Infrastruktur stammen sollen. Dass das vermeintliche Paradies im Krater theoretisch Platz für alle bieten könnte, wird ebenfalls ignoriert.
Stattdessen verliert sich GREENLAND 2 in absurden Plotentwicklungen, fragwürdigen wissenschaftlichen Konzepten und einer endlosen Reihe dummer Entscheidungen seiner Figuren. Hindernisse tauchen ausschließlich dann auf, wenn das Drehbuch gerade Spannung oder Action benötigt – und lösen sich ebenso willkürlich wieder auf. Das Ganze ist so gleichgültig inszeniert, dass man ständig den Eindruck hat, der Film wisse selbst nicht, was er eigentlich erzählen möchte.
Auch die Produktionsrealität wird mit einem Schulterzucken abgetan: Gedreht wurde nicht in Frankreich, sondern in Island und England, die erkennbar nicht wie Südfrankreich aussehen. Doch das wird mit dem Verweis auf den globalen Kataklysmus abgetan – die Welt sehe eben jetzt anders aus. In einem Film, der ohnehin kaum glaubwürdig ist, soll man das einfach hinnehmen.
Dabei hat GREENLAND 2 durchaus positive Seiten. Die Effekte sind gelungen, es gibt erneut Meteoriteneinschläge, wenn auch in kleinerem Maßstab, und die zerstörten Städte und Landschaften besitzen eine gewisse Atmosphäre. Die Darsteller sind sympathisch, und mindestens eine Figur wird man vermissen, sollte es jemals weitergehen.
Unterm Strich bleibt jedoch wenig hängen. Das Ende ist so angelegt, dass ein dritter Teil kaum möglich scheint, weil ein zentrales Element fehlen würde.
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