Der Astronaut: Project Hail Mary Filmkritik: Ryan Goslings Reise zum Ich – Ein Sci-Fi-Meisterwerk mit Herz

Unser Urteil: Mehr als nur Weltrettung – Die bewegendste Freundschaft des Kinojahres

Ryan Gosling als Ryland Grace in DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY,
Ryan Gosling als Ryland Grace in DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY, von Amazon MGM Studios. Photo credit: Jonathan Olley © 2025 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.
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Der Sci-Fi-Film „Der Astronaut: Project Hail Mary“ startet am 19. März im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Ryan Gosling.

Oberflächlich geht es in DER ASTRONAUT: PROJECT HAIL MARY um die Rettung der Menschheit, um das Finden einer Lösung für ein Problem, das die Erde zu einem unwirtlichen Ort machen wird. Der Kern der Geschichte ist jedoch ein anderer: Es geht um Freundschaft.

Ryan Gosling als Ryland Grace in DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY, von Amazon MGM Studios.
Ryan Gosling als Ryland Grace in DER ASTRONAUT – PROJECT HAIL MARY, von Amazon MGM Studios.© 2025 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.

Der Astronaut: Project Hail Mary: Zur Handlung – Ein Flug ohne Wiederkehr

Im All existieren Punkte. Diese Punkte reisen auf einer direkten Linie zur Sonne und werden sie binnen weniger Jahrzehnte so sehr abkühlen, dass die Temperaturen auf der Erde um 10 bis 15 Grad fallen – es wäre ein kataklystisches Ereignis, dem Millionen zum Opfer fallen würden. Ein Team an Wissenschaftlern sucht nach Lösungen. Rekrutiert wird Dr. Grace, der unorthodoxe Ideen hat und darum an der High School unterrichtet. Seine Ideen werden nun jedoch benötigt.

Und nicht nur das: Er ist auch vonnöten für die wissenschaftliche Evaluierung eines Projekts, das die Welt retten könnte. Ein Raumschiff fliegt zum Planeten Tau Ceti, der einzigen bekannten Welt, der die Punkte nichts anhaben konnten. Aber es ist Flug ohne Wiederkehr …

Der Astronaut: Project Hail Mary: Eine Kritik – Gosling, Hüller und eine Felsenkreatur

In erster Linie ist der Film eine One-Man-Show für Ryan Gosling. Sicher, seine Figur interagiert mit der von Sandra Hüller gespielten Leiterin des Projekts und anderen, das Gros des gut zweieinhalbstündigen Films spielt jedoch in einem Raumschiff, dessen letzter Passagier Dr. Grace ist. Bis er im All auf ein anderes Schiff trifft und einen anderen Astronauten, der wie er alleine ist.

Er tauft das Wesen Rocky und findet einen Weg zur Kommunikation. Das erinnert ein wenig an SPACEMAN mit Adam Sandler, aber hauptsächlich wegen der Interaktion der beiden ungleichen Reisenden. Die Geschichten setzen ansonsten gänzlich andere Akzente. Diese kommen bei DER ASTRONAUT: PROJECT HAIL MARY besonders zum Tragen. Denn das Retten der Welt ist nur das Vehikel für die eigentliche Geschichte.

Grace ist ein Mann, der keine Angehörigen hat – nicht mal einen Hund, wie Sandra Hüllers Figur sagt. Er hat auf der Erde nichts und findet im All alles. Ein anderes Wesen, das die Leere ausfüllt, die er spürt. In diesem großen, aufwendigen, teuren, visuell prachtvollen Film geht es um den Basiswert des Menschseins, um den Versuch, eine Verbindung zu anderen zu finden. Das wird hier mit sehr viel Wärme, aber auch Humor erzählt, weil es auch die Ungleichheiten sind, die beide auszeichnen. Herrlich, wenn sie sich gegenseitig zusehen, wie sie essen, wundervoll, wenn sie einen Namen für den Planeten Tau Ceti finden, der so etwas wie eine poetische Schönheit hat, emotional wirkungsvoll, wenn sie einander umarmen – so gut es eben geht.

Der auf Andy Weirs (DER MARSIANER) Roman basierende Film ist etwas Seltenes. Ein Blockbuster, in dem es keine Bösewichte gibt, weil es eine Art von Naturphänomen ist, dem die Protagonisten hier begegnen. Das verpacken Phil Lord und Christopher Miller in grandiose Bilder, unterstützt von Daniel Pembertons imposanter Musik. Mit ihrem Werk erinnern sie an INTERSTELLAR, aber mehr in Wirkweise und dem Gefühl, nicht in Hinblick auf Umsetzung oder Geschichte.

Mehr Infos zu Der Astronaut: Project Hail Mary auf KINOFANS

 

Herausragende Science-Fiction mit Seele
Herausragende Science-Fiction sagt immer auch etwas über den Menschen aus, über seine Natur, über seine Art. Genau das ist hier auch der Fall DER ASTRONAUT: PROJECT HAIL MARY ist nur oberflächlich ein Film über die Rettung der Welt. Es geht um viel mehr und zugleich viel weniger: Um die Suche nach demjenigen, der einen Menschen erst vervollständigt, und sei es eine außerirdische Felsenkreatur.
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