Der Thriller „Unabomber“ startete am 25. September bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Russell Crowe und Shailene Woodley.
UNABOMBER möchte zwei Dinge zugleich sein – ein Psychogramm des Mannes, der über viele Jahre hinweg Bomben verschickt hat, und ein Thriller, der gezeigt, wie er gefasst wurde. Beide Teile des Films gehen aber nicht Hand in Hand, sie wirken zueinander wie Fremdkörper.
Unabomber: Zur Handlung – Ein traumatisches Experiment und ein einsamer Verdacht
Eine FBI-Agentin ist sich im Jahr 1994 sicher, dass man nach einem Hinweis auf der richtigen Spur nach dem Unabomber ist, der seit 1978 Paketbomben verschickt hat. Aber keiner will ihr glauben, weswegen sie alleine weiter ermittelt.
Im Jahr 1958 erlebt man mit, wie ein junger Mann, der mental angegriffen ist, durch ein Experiment seines Professors radikalisiert wird.

Unabomber: Eine Kritik – Glänzende Darsteller treffen auf zähen Ermittler-Plot
Der interessantere Teil des Films spielt 1958. Hier wird ein faszinierendes Psychogramm erschaffen, weil auch gezeigt wird, wie aus einem sehr jungen Mann derjenige geformt wird, der später Bomben verschickt. Er war schizophren, in welcher Form auch immer, aber es ist das Experiment, das der von Russell Crowe gespielte Professor durchführt, das eine charakterliche Veränderung bringt und im Grunde erst den späteren Mann gebiert. Das ist ein imposanter Fall von Ursache und Wirkung und zeigt, wie Ereignisse sich aufbauen können. Crowe spielt großartig, noch besser ist Jacob Tremblay, der zeigt, dass er einer der interessantesten Mimen seiner Generation ist.
Das kurze Stöckchen hat Shailene Woodley gezogen. Die FBI-Handlung des Jahres 1994 ist ein Showstopper. Banal, überflüssig, ohne jede Dramatik, und daran kann auch eine eigentlich gute Schauspielerin nichts ändern, weil das Material einfach nichts hergibt.
UNABOMBER hätte sich ganz und gar auf das Psychogramm eines Mörders beschränken sollen, vielleicht mit der Verhaftung als Rahmenhandlung am Anfang und Ende. Aber so ist der Film sich sehr uneins.
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