Die Drama-Serie „Tip Toe“ startete am 13. August bei HBO Max. Hier ist unsere Kritik zur Serie von Russell T. Davies.
Schon die ersten Minuten geben das Ende vor. Ein Mann ist erhängt an einem Laternenmast, ein anderer sieht teilnahmslos zu, eine Frau schreit. Dann geht die Geschichte zehn Tage zurück. So beginnt die neue Miniserie von Russell T. Davies (DOCTOR WHO, YEARS AND YEARS), der nach IT’S A SIN erneut eine Geschichte erzählt, in der es insbesondere um queeres Leben in Großbritannien geht.

Tip Toe: Zur Handlung – Eskalation in der Nachbarschaft
Leo ist schwul und läuft einem One-Night-Stand hinterher, der ihm den Laptop geklaut hat. Er sperrt sich halbnackt aus und muss zähneknirschend seinen Nachbarn Clive um Hilfe bitten. Beide Männer krachen immer wieder aneinander, in der Vergangenheit, aber auch jetzt. Es sind die unachtsamen Worte, die Blicke, die zu Spannungen führen. Aber das ist längst nicht alles. Denn Leo weiß etwas, dass Clive nicht weiß: Dass dessen 16-jähriger Sohn schwul ist und nach Hilfe sucht.
Tip Toe: Eine Kritik – Vielschichtige Charaktere und brillante Dialoge
Die fünfteilige Miniserie, die mit drei Episoden bei HBO Max startete, ist ein dicht erzähltes Drama, in dem die Sympathien klar verteilt sind. Aber Russell T. Davies ist ein zu guter Autor, als dass er sich auf eine simple Schwarzweißzeichnung einließe. Darum ist auch Clive ein Mann mit Ecken und Kanten, gefangen in der Art, wie er aufgewachsen und erzogen wurde, nicht bereit, sich zu entwickeln. Das spielt David Morrissey (der Governor aus THE WALKING DEAD) ausgesprochen vielschichtig. Eine Schlüsselszene zum Verständnis aller Figuren gibt es am Ende der ersten Folge, als Leo, der 16-jährige Sohn und Clives Frau allesamt in ihren Zimmern masturbieren, während Clive, der nach einem Streit wieder auf der Wohnzimmercouch liegt, sich Gewaltvideos ansieht.
Alan Cumming spielt Leo und erinnert mitunter an Charlie Chaplin – eine vielleicht merkwürdige Assoziation, aber sie hängt über der ganzen Serie. Humor gibt es, er ergibt sich aber im Grunde nur, weil die Situation immer weiter eskaliert, ohne dass Leo etwas tun könnte. Und selbst Clive ist in seinen inneren Zwängen gefangen. Es kann gar nicht anders laufen. Dabei gibt es, und das ist die große Kunst echten Dramas, immer wieder Momente, in denen die Weichen anders gestellt werden könnten. Nicht, dass Leo und Clive Freunde werden könnten, aber sie könnten einander tolerieren.
Davies bietet einige meisterhafte Dialoge. Einer der großartigsten, wunderbar dargeboten von Alan Cumming, ist der, als Leo etwas ausflippt und darüber schwadroniert, dass es doch die „Normalen“ waren, die mit der Identitätssache begonnen haben, weil schwule Kids schon auf dem Schulhof damit gehänselt wurden, dass man sie fragte, ob sie ein Junge oder ein Mädchen seien.
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Der Trailer in Originalversion
Serien-Fakten
| Kategorie | Details |
| Serienstart | 13. August 2026 |
| Streaming-Dienst | HBO Max |
| Format | Miniserie (5 Episoden) |
| Genre | Drama / Queer / Thriller |
| Kreation & Buch | Russell T. Davies |
| Hauptbesetzung | Alan Cumming (Leo), David Morrissey (Clive) u.a. |
| Themen | Nachbarschaftsstreit, Homophobie, Identität, Familie, Vorurteile |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Wann und wo kann man ‚Tip Toe‘ streamen? Die fünfteilige Miniserie von Russell T. Davies ist am 13. August 2026 mit den ersten drei Folgen exklusiv auf HBO Max gestartet.
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Worum geht es in ‚Tip Toe‘? Ein schwuler Mann und sein konservativer Nachbar geraten in einen immer weiter eskalierenden Nachbarschaftskonflikt, als der 16-jährige Sohn des Nachbarn heimlich Hilfe bei seinem homosexuellen Nachbarn sucht.
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Wer steckt hinter der Serie ‚Tip Toe‘? Das Drehbuch stammt vom preisgekrönten britischen Showrunner Russell T. Davies (It’s a Sin, Doctor Who, Years and Years).
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Wer spielt die Hauptrollen? Hollywood-Star Alan Cumming (The Good Wife) und David Morrissey (The Walking Dead) übernehmen die beiden Hauptrollen des nachbarschaftlichen Duells.


