Die Krimi-Serie „Jo Nesbø’s Harry Hole“ startet am 26. März bei Netflix. Hier ist unsere Kritik zur Serie.
Bereits im Jahr 2017 gab es mit SCHNEEMANN eine amerikanische Verfilmung der Fälle des Osloer Ermittlers Harry Hole. Grundlage war der siebte Roman, der Film allenfalls solide. Der Neustart bei Netflix ist authentischer, denn es ist eine norwegische Serie, die in Oslo spielt – mit Norwegern und Schweden besetzt, darunter Joel Kinnaman in einer ziemlich fiesen Rolle. Die Serie basiert auf dem fünften Roman: „Das fünfte Zeichen“

Jo Nesbø’s Harry Hole: Zur Handlung – Ein Killer, ein korrupter Cop und viel Alkohol
In Oslo findet ein aufsehenerregender Mord statt, dem bald ein weiterer folgt. Schnell wird klar: Hier ist ein Serienkiller am Werk. Der ideale Mann, um ihn dingfest zu machen, ist Harry Hole, der in seinem Revier aber in Ungnade gefallen ist, einen Vorgesetzten hat, der Dreck am Stecken hat, und dem Alkohol (wieder) verfällt, als er einen Schicksalsschlag hinnehmen muss.
Dass er nicht gefeuert wird, liegt nur daran, dass er als Einziger Erfahrungen mit dieser Art von Killer hat …
Jo Nesbø’s Harry Hole: Eine Kritik – Santelmann überzeugt auf ganzer Linie
Die neunteilige Serie ist durchgehend. Getragen wird sie vom in Deutschland geborenen Tobias Santelmann, der der Figur mehr Ecken und Kanten verleiht, als dies Michael Fassbender im Kinofilm möglich war. Die längere Erzählstrecke tut dem Ganzen auch gut, denn faktisch gesehen, werden drei Geschichten erzählt. Einerseits die eines Mordes bei einem Banküberfall vor fünf Jahren, andererseits die Serienkiller-Geschichte und zu guter Letzt auch noch die von korrupten Polizisten. Gerade letztere ist dann auch nur bedingt abgeschlossen. Fortsetzung folgt, und das ist gut so.
Denn die Serie hat es in sich. Sie ist stark inszeniert, großartig gespielt und so gut, dass man sogar gerne übersieht, dass Harry Holes Erfolge hin und wieder nur durch puren Zufall möglich sind (oder weil der Autor schlicht und ergreifend keine logische Idee hatte, die Story fortzuführen). Man kann darüber streiten, ob der Polizist, der zugleich Alkoholiker ist, heutzutage nicht längst zu einem überbeanspruchten Klischee geworden ist. Persönliche Probleme schön und gut, aber die Bandbreite dessen, was hier möglich ist, ist riesig. Gefühlt ist es aber immer der Alkohol. Weil die Leute sich am ehesten damit identifizieren können?
Doch davon abgesehen, präsentiert sich die Krimiserie ausgesprochen mitreißend. Fast schon perfektes Binge-Material, mit dem man sich das Wochenende versüßen kann.
Mehr zur Serie hier: Hintergründe, Details, FAQs…



