Filmkritik: Die Kennedys als Anthologie-Drama bei Disney+

Ryan Murphy seziert das „amerikanische Königshaus“ – Edel, tragisch, aber etwas distanziert

Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette © 2026 20th Television
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Die Drama-Serie „Love Story“ startete am 13. Februar bei Disney+. Hier ist unsere Kritik zur Serie.

Ryan Murphy fungiert diesmal nur als Produzent, an seiner Umtriebigkeit ändert das nichts. Schon wieder eine neue Serie, schon wieder eine Anthologie. In dieser hier sollen Staffel für Staffel große Liebschaften in den Fokus gerückt werden. Den Anfang machen John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette.

Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette © 2026 20th Television

‚Love Story‘: Zur Handlung – Glanz und Elend in den 90ern

Im Jahr 1999 verunglücken John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette tödlich. Damit endet eine der großen Liebesgeschichten, die die Amerikaner in den Neunzigerjahren begleitet haben. Die Geschichte springt dann zum Jahr 1992 zurück und beginnt zu erzählen, wie der Sohn des ermordeten Präsidenten auf die Liebe seines Lebens traf, die als Verkäuferin für Calvin Klein tätig war.

‚Love Story‘: Eine Kritik – Fiktive Überhöhung im Wochenrhythmus

Ähnlich der Murphy-Anthologie MONSTER bei Netflix ist es auch hier so, dass die realen Ereignisse genommen, aber fiktiv überhöht und dramatisiert werden. Das geschieht im Verlauf von neun Episoden, wobei die Serie mit drei Folgen startete – alle andere kommen wöchentlich. Möglicherweise wäre ein Binge-Ansatz hier aber sinnvoller gewesen.

Denn ja, die Serie ist nicht uninteressant, die Figuren sind schön gezeichnet, die Chemie der Hauptdarsteller passt und das große Tohuwabohu um diese Liebe nimmt ihren Lauf, inklusive einer Jackie Kennedy (gespielt von Naomi Watts), die bisher an jeder Liebelei ihres Sohnes etwas auszusetzen hatte, vor allem auch an seiner letzten, nämlich der mit Schauspielerin Daryl Hannah. Unterm Strich wäre es aber sinnvoller, alle Folgen am Stück zu haben – gerade bei einer Serie wie dieser.

Das Flair der Neunzigerjahre wird gut eingefangen. Zugleich funktioniert die Serie als große, tragische Romanze, allerdings – und das muss man auch sagen – ist sie für amerikanische Zuschauer sicherlich relevanter, schon allein deswegen, weil die Kennedys dem am nächsten kommen, was die Amerikaner in Hinblick auf ein Adelsgeschlecht haben.

LOVE STORY ist schön gemacht, sowohl erzählerisch, als auch formal, das einzige Manko, wenn man das so nennen möchte, ist halt, dass die Geschichte europäische Zuschauer auf eine andere Weise packen muss. Denn den meisten Zuschauern dürften die beiden Hauptfiguren mehrheitlich unbekannt sein.

Mehr zur Serie in unseren News: Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette – Teaser zur neuen Ryan Murphy Serie veröffentlicht

Fazit: Hochglanz-Romanze für Fans von Zeitgeschichte
Eine neue Ryan-Murphy-Produktion, die sich qualitativ sehen lassen kann. Bleibt die Frage: Um welche Liebelei wird es wohl in der zweiten Staffel gehen?
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