Der Survival-Film SEND HELP startet am 29. Januar im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film von Sam Raimi.
Als SEND HELP angekündigt wurde, da nannte man ihn einen Mix aus MISERY und CASTAWAY. So ganz falsch liegt man dabei nicht, auch wenn Sam Raimis neuester Film keine reine Rückkehr zum Horror ist. Wenn, dann schon eher zum Horror der anderen – oder in diesem Fall: des bzw. der einen anderen. Der Film ist dabei aber auch sehr amüsant, wenn man mit Raimis grimmigem Ansatz für bösen Humor gut kann.

‚Send Help‘: Zur Handlung – Wenn die Beförderung baden geht
Linda Liddle arbeitet sich in einer Firma auf, wird aber bei der Beförderung zugunsten eines Kumpels des neuen Chefs übergangen. Als sie den Boss und einige andere nach Bangkok begleiten soll, ereignet sich ein Unfall und das Flugzeug stürzt ab. Alle sterben, außer Linda und ihrem Boss Bradley, die sich auf eine Insel retten. Bradley glaubt anfangs immer noch, ihr Chef zu sein, aber Linda, die schon immer bei der Show „Survivor“ mitmachen wollte, weiß, wie man mit fast nichts überlebt.
Die Rollen sind vertauscht, und das gefällt Bradley gar nicht, während Linda sich nichts Schöneres vorstellen kann, als auf dieser Insel zu sein …
‚Send Help‘: Eine Kritik – Bitterböser Humor und vertauschte Rollen
SEND HELP ist bitterböse, weil er von einem Ungleichgewicht erzählt. Erst einem im „echten“ Arbeitsleben, bei dem immer einer oben und der andere unten ist, dann auf der Insel, wo die Rollen sich verkehren. Als Zuschauer steht man auf Lindas Seite, da man miterlebt hat, wie sie behandelt wird. Der Film ist dabei recht clever, weil Linda durchaus auch fragwürdig handelt – und darum verschieben sich die Sympathiewerte des Publikums mal auf die eine, dann wieder auf die andere Seite.
Der Film wirkt manchmal, als könnte er zu einer Romcom werden, als ob Linda und Bradley dazu bestimmt sind, aus dieser Prüfung als Paar hervorzugehen. Aber dann macht er eine Kehrtwende, und das immer wieder. Es gibt Szenen, die sind witzig, andere sind fies, und manche auch überraschend. Rachel McAdams und Dylan O’Brien harmonieren dabei sehr gut. Er hasst sie, darf es aber nicht zeigen, weil er sie zum Überleben braucht, sie sieht in ihm ein Spielzeug, das auf sie angewiesen ist. Die Hölle, das ist in dem Fall der andere bzw. die andere. Dass daraus kein Happyend entstehen kann, ahnt man relativ früh, aber wie sich das dann abspielt, ist umwerfend.
Weil der Film teils durchaus splattrig ist (Stichwort: Wildschwein), aber eben auch humorvoll und sogar spannend. Raimi versteht es geradezu perfekt, die verschiedenen emotionalen Beats zu setzen und das Publikum ein ums andere Mal in den Überlebensreigen hineinzuziehen.
Er hat sogar eine Möglichkeit gefunden, seinen Kumpel Bruce Campell zu zeigen, der in vielen seiner Filme seit TANZ DER TEUFEL-Zeiten Cameos hat. Hier ist er Bradleys Vater und in dessen Büro als Gemälde an der Wand zu sehen.
Wenn jede Hilfe zu spät kommt – SEND HELP bei KINOFANS:
- KINOFANS-Datenbank: Alle Informationen, Details, Hintergründe und mehr zu SEND HELP
- NEWS: SEND HELP: Neuer Trailer veröffentlicht und Vorverkauf für Sam Raimis Thriller gestartet!
- NEWS: Überleben in der Wildnis: Der erste Trailer zu Sam Raimis Psychothriller „SEND HELP“



